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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 14.07.2017 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Parkhaus: Beim Rückwärts-Einparken ist Aussteigen Pflicht

Parkhaus: Beim Rückwärts-Einparken ist Aussteigen Pflicht © mko - topopt

Einparken im engen Parkhaus kann für Autofahrer zur Herausforderung werden. Wichtig zu wissen: Wer rückwärts in eine Parklücke mit einem unübersichtlichen Bereich fährt und sein Fahrzeug beschädigt, bleibt auf seinem Schaden sitzen.

Fahrzeug wurde in unübersichtlicher Parklücke beschädigt


Im zugrundeliegenden Fall wollte ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug in einem Parkhaus rückwärts in eine Parklücke fahren. Er übersah einen rot lackierten Schutzbügel eines Regenrohrs, der am Bodensockel herausragte. Es kam zum Zusammenstoß, aus dem ein Schaden von rund 1.300 Euro am Fahrzeug des Mannes entstand. Diesen Schaden verlangte er von der Hausverwaltung erstattet, da diese seiner Meinung nach ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt habe. Auf die Gefahrenstelle habe man mit gelb-schwarzen Streifen hinweisen müssen.

Autofahrer muss Sichtfahrgebot einhalten


Dies sah das Amtsgericht München (Aktenzeichen 122 C 5010/16) anders: Ein Autofahrer, der rückwärts einparkt müsse besondere Vorsicht walten lassen. Beim Rückwärtsfahren habe er sich nach der Straßenverkehrsordnung so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Wenn eine Parklücke unübersichtlich oder schlecht beleuchtet erscheint, müsse der Autofahrer vorm Rückwärtseinparken aus seinem Auto aussteigen, sich die Parksituation anschauen und sich gegebenenfalls einweisen lassen. Dies gebiete auch das Sichtfahrgebot. Hätte der Autofahrer beim Rückfährtseinparken diese besondere Vorsicht walten lassen, hätte er seinen Schaden vermeiden können, so das Münchner Gericht.

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