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Kategorie: Anwalt Zivilrecht , 25.01.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Schnäppchenjäger aufgepasst beim Ausverkauf!

Schnäppchenjäger aufgepasst beim Ausverkauf! © mko - topopt

Für Schnäppchenjäger kommen jetzt erst die Feiertage: Sale, Ausverkauf, Saisonabverkauf- wie man es auch nennt, die Geschäfte versuchen mit bis zu 70 Prozent Reduzierungen und Rabatten die Winterware aus den Regalen zu bekommen. Hier einige wissenswerte rechtliche Informationen, damit aus dem Schnäppchen kein Fehlkauf wird

Umtauschrecht bei reduzierter Ware?


Immer wieder unterliegen Verbraucher dem Missverständnis auch beim Kauf von reduzierter Ware ein Recht auf Umtausch zu haben- das stimmt nicht! Es gibt kein generelles Umtauschrecht für Verbraucher. Es obliegt jedem Händler selbst zu entscheiden, ob er seinen Kunden ein Umtauschrecht einräumen möchte. Zum Teil schließen Händler auch einen Umtausch für bestimmte Warengruppen, wie etwa Unterwäsche oder Strümpfe aus. Auch das ist völlig in Ordnung. Am Ende der Wintersaison wird sich die Umtauschkulanz der Händler im Bezug auf reduzierte Winterware vermutlich in Grenzen halten.

Schlau ist, wer sich beim Kauf der Ware an der Kasse nach einem Umtauschrecht erkundigt. Zum Zeitpunkt des Kaufabschlusses ist der Händler wohl noch am ehesten gewillt, dem Kunden ein Recht zum Umtausch einzuräumen. Dies sollten Kunden sich dann schriftlich vom Händler auf dem Kassenzettel quittieren lassen.

Reduzierte Ware fehlerhaft- und jetzt?


Auf der Schnäppchenjagd wurde vom Kunden im Geschäft leider übersehen, dass ein Knopf an der Bluse fehlt, oder die Strickjacke einen Faden gezogen hat. Pech gehabt? Nein, auch reduzierte Ware muss frei von Fehlern sein. Es gelten hier die gleichen gesetzlichen Gewährleistungsregelungen wie beim Kauf von regulärer Ware. Dem Kunden steht ein gesetzlicher Gewährleistungsanspruch von zwei Jahren zu. Um diesen Anspruch geltend machen zu können, ist es wichtig den Kassenzettel aufzubewahren. Bei einem Fehler an der Ware gibt es allerdings nicht sofort das Geld zurück. Der Händler darf zweimal versuchen die Ware zu reparieren oder eine Ersatzlieferung durch zu führen, kommt dies zu keinem erfolgreichen Ergebnis, muss der Händler dem Kunden dann sein Geld erstatten.

Doch aufgepasst: Wurde der Fehler an der Ware gekennzeichnet, ist die rechtliche Situation anders. Für Mängel, auf die vom Händler ausdrücklich hingewiesen wurde, gibt es keine Gewährleistung. Weist die Ware über diesen Mangel hinaus noch andere Mängel auf, können diese wiederum als Gewährleistung geltend gemacht werden.

Winterschlussverkauf nur im Winter?


Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln (Aktenzeichen 6 W 27/06) darf für reduzierte Winterware zeitlich unbeschränkt geworben werden. Werden in einer Werbeanzeige Preisreduzierungen auf Winterbekleidungsware unter der Angabe "Winterschlussverkauf" beworben, so ist keine Angabe über die Dauer dieses Angebots nötig.




erstmals veröffentlicht am 15.01.2017, letzte Aktualisierung am 25.01.2017

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