anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Zivilrecht , 18.11.2020 (Lesedauer ca. 3 Minuten, 549 mal gelesen)

Black Friday: Ihre Rechte bei der Schnäppchenjagd!

Black Friday: Ihre Rechte bei der Schnäppchenjagd! © freepik - mko

Der Black-Friday gehört zu den größten Shopping-Events des Jahres. Der Einzelhandel startet damit Ende November in das Weihnachtsgeschäft und verspricht Super-Angebote und Extra-Rabatte. Doch worauf sollten Kunden bei den Black-Friday-Verkaufsaktionen achten? Wann lohnt sich der Kauf? Kann reduzierte Ware umgetauscht werden? Und was ist mit mangelhafter Ware?

Sonderangebote und Rabatte: Darauf müssen Käufer achten!


Damit Schnäppchenjäger am Black Friday nicht in die Rabattfallen der Händler geraten, sollten sie die Produkt-Preise bereits vor dem Black Friday bei verschiedenen Händlern vergleichen und den üblichen Marktpreis ermitteln. Oft werden Produkte am Black Friday im Originalpreis teurer ausgezeichnet als noch einige Tage zuvor, so dass mit Abzug des Rabatts keine Ersparnis zum üblichen Marktpreis erzielt wird. Oder Händler ziehen den Rabatt nicht vom derzeit üblichen Marktpreis, sondern von der höheren unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, ab.

In vielen Fällen versuchen Händler auch mit den Sale-Aktionen Lagerware oder B-Ware abzuverkaufen. Käufer sollten also unbedingt bei der Produktbeschreibung darauf achten, was für ein Produkt sie erwerben. Oft werden für diese Rabatt-Aktionen gerade bei Elektro- Sondermodellen angeboten. Die sehen zwar gleich aus, haben aber unter Umständen bestimmte Funktionen, die das herkömmliche Modell hat, nicht.

Bei Countdown-Aktionen sollten Schnäppchenjäger sich nicht von einer angeblich limitierten Anzahl eines Produkts oder einer zeitlichen Begrenzung bei ihrer Kaufentscheidung unter Druck setzen lassen.

Wichtig: Zum Kaufpreis kommt gerade im Online-Handel oft noch Versandkosten hinzu. Auch weitere Zusatzkosten, wie Zoll, sollten Käufer bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen.

Kann man reduzierte Ware umtauschen?


Ob lila Plüschpantoffeln oder Kopfhörer im Leoparden-Look: Im Rausch der Schnäppchenjagd werden Sachen aufgrund der extremen Preisreduzierung gekauft, die dann ausgepackt zu Hause nicht mehr gefallen. Wichtig zu wissen: Käufer haben bei fehlerfreier reduzierter Ware kein generelles Umtauschrecht! Ob die Ware wegen Nichtgefallen umgetauscht werden kann, hängt allein von der Kulanz des Händlers ab. Es empfiehlt sich daher bereits beim Einkauf nach Umtauschmöglichkeiten bei reduzierter Ware nachzufragen und sich diese am besten auf dem Kassenzettel vermerken zu lassen.

Was gilt beim Online-Sale?


Hat ein Käufer im Internet ein Produkt gekauft, steht ihm nach dem Fernabsatzgesetz ein 14tägiges Widerrufsrecht zu. Das gilt auch am Black-Friday! Der Käufer kann seinen Kauf widerrufen, egal, ob die Ware mangelhaft oder mangelfrei ist. Der Käufer muss seinen Widerruf dem Verkäufer mitteilen, aber nicht begründen. Die 14tägige Widerrufsfrist gilt nur, wenn der Käufer vom Verkäufer eine Widerrufsbelehrung erhalten hat. Fehlt diese, kann der Käufer die Ware noch nach einem Jahr zurückschicken.

Weitere interessante Informationen zum Online-Shopping finden Sie in unserem Rechtstipp "Online-Shopping: Ihre Rechte als Verbraucher!".

Sale-Ware ist fehlerhaft – und jetzt?


Auch Waren, die im Rahmen des Black Fridays erworben wurden, müssen fehlerfrei sein. Dem Käufer steht bei defekter Ware ein gesetzlicher Gewährleistungsanspruch von zwei Jahren zu. Der Händler darf zweimal eine Reparatur oder Ersatzlieferung durchführen, scheitern diese bekommt der Kunde sein Geld zurück. Um von den Gewährleistungsrechten problemlos Gebrauch machen zu können, sollte der Kassenzettel zwei Jahre aufbewahrt werden!

Der Käufer muss die fehlerhafte Ware nicht in der Originalverpackung umtauschen und muss sich auch nicht auf einen Gutschein vom Händler einlassen.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Ware ausdrücklich wegen eines Mangels reduziert wurde. In diesem Fall kann der Käufer später nicht wegen diesem Mangel Gewährleistungsansprüche geltend machen.

Was ist mit defekter B-Ware?


Oft handelt es sich bei den am Black Friday angebotenen Produkten auch um sogenannte B-Ware oder Vorführmodelle. Das heißt, die Ware oder die Verpackung weisen kleine Mängel auf. Der Verkäufer muss auf diese Mängel hinweisen. Ein Loch im Pullover oder ein Riss in der Glasvase muss also auch auf dem Etikett oder direkt an der Ware gut erkennbar für den Käufer gekennzeichnet sein. Diese Produktfehler kann der Kunde nach dem Kauf nicht mehr reklamieren. Andere- nicht ausgewiesene- Fehler können allerdings nach wie vor beanstandet werden.



erstmals veröffentlicht am 15.01.2017, letzte Aktualisierung am 18.11.2020

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Kauf & Leasing
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Zivilrecht