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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 22.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Warndreieck aufstellen, sonst droht Mithaftung beim Auffahrunfall!

Ein Warndreieck dient bei einem Verkehrsunfall zur Absicherung der Unfallstelle. Jeder Autofahrer ist nach der Straßenverkehrsordnung verpflichtet immer ein Warndreieck mit im Fahrzeug zu führen und es im Falle eines Unfalls, oder einer Panne, ordnungsgemäß aufzustellen. Unterlässt der Autofahrer dies, droht ihm ein Bußgeld und unter Umstände eine Mithaftung, wenn es zu einem Unfall kommt.

50 Prozent Unfallhaftung für nicht aufgestelltes Warndreieck!

Ein Fahrer eines Sattelzuges muss zu 50 Prozent für einen Unfall mithaften, weil er es unterlassen hatte, bei einem Nothalt auf der Autobahn ein Warndreieck aufzustellen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 12/13) entschieden.

Der Sattelzugfahrer musste auf einer Autobahn am rechten Fahrbahnrand nothalten, weil er erbrechen musste. Bei dem in die rechte Fahrspur hereinragenden Sattelzug schaltete der Fahrer die Warnlichtblinkanlage an. Ein Warndreieck stellte er nicht auf. Ein anderer Autofahrer sah den Sattelzug nicht und streifte ihn. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund 29.000 Euro. Die gegnerische Versicherung gab dem Sattelzugfahrer eine 50 prozentige Mitschuld und Haftung an dem Unfall. Dagegen klagte der Mann, allerdings ohne Erfolg.
Das Oberlandesgericht Hamm nahm ebenfalls eine 50-prozentigen Mithaftung für den Verkehrsunfall an. Die Betriebsgefahr des Sattelzuges sei deutlich erhöht gewesen, weil es als haltendes Fahrzeug recht weit in die rechte Fahrbahn der Autobahn hineingeragt habe und nicht ausreichend gesichert gewesen sei. Mit einem auf der Fahrbahn haltenden Fahrzeug müsse der nachfolgende Verkehr auf einer Autobahn grundsätzlich nicht rechnen. Deswegen müsse der Fahrer eines haltenden Fahrzeugs alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen nach § 15 Straßenverkehrsordnung ergreifen. Auch bei einem berechtigten Notstopp dürfe er sich nicht mit dem Einschalten der Warnblinkanlage begnügen, sondern müsse entweder ein Warndreieck aufstellen oder - wenn möglich - sofort weiterfahren. Letzteres habe der Fahrer des klägerischen Gespanns versäumt, indem er nach dem Abklingen seiner Übelkeit zunächst sich und das Fahrzeug gereinigt habe, ohne zuvor ein Warndreieck aufzustellen, so das Oberlandesgericht Hamm.

So wird das Warndreieck richtig aufgestellt

Das Warndreieck muss bei einem Unfall oder bei einer Panne im gut sichtbaren Abstand zur Unfallstelle am rechten Straßenrand aufgestellt werden. Bei schnellem Verkehr ist ein Abstand von 100 Metern zur Unfallstelle ausreichend. Orientierung können auf einer deutschen Autobahn die Leitpfosten geben. Sie stehen im Abstand von 50 Metern. Die richtige Entfernung zur Unfallstelle ist aber insbesondere nach den örtlichen Begebenheiten einzuschätzen. Steht das Fahrzeug etwa in einer Kurve, muss der liegengebliebene Autofahrer das Warndreieck so platzieren, dass es rechtzeitig und gut sichtbar von den übrigen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden kann.



erstmals veröffentlicht am 25.11.2013, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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