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Arbeitsrecht , 01.03.2017

Burnout: Was als Arbeitnehmer, was als Arbeitgeber tun?

Burnout: Was als Arbeitnehmer, was als Arbeitgeber tun? © Brian Jackson - Fotolia

Stressbedingte Erkrankungen bis zum totalen Burnout nehmen laut Marktforschungsstudien stetig zu. Und so beschäftigt das Thema Burnout auch immer mehr Gerichte: Kann ein Arbeitnehmer etwa auf Schadensersatz wegen Burnout klagen? Muss ein Chef es dulden, wenn ein wegen Burnout krankgeschriebener Arbeitnehmer eine Segelreise unternimmt?

Muss der Arbeitnehmer seinem Chef eine Burnout – Erkrankung mitteilen?


Diagnosen und Krankheitsbilder müssen dem Arbeitgeber grundsätzlich nicht mitgeteilt werden. Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer nach der Diagnose Burnout seinen Chef umgehend vor Arbeitsbeginn mitteilt, dass er seiner beruflichen Tätigkeit aufgrund einer Erkrankung nicht nachgehen kann und eine entsprechende ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegt.

Was darf ein krankgeschriebener Arbeitnehmer mit Burnout tun?


Arbeitnehmer, die an einem Burnout erkrankt sind und eine entsprechende ärztliche Krankschreibung haben, müssen nicht das Haus hüten. Nach einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf (Aktenzeichen 11 Sa 807/11) dürfen sie sogar verreisen: Eine an Burnout erkrankte und krankgeschriebene Arbeitnehmerin unternahm zu ihrer Genesung eine Segelreise – über die daraufhin erteilte Kündigung verglichen sich die Parteien. Das Verhalten des Arbeitnehmers darf der Genesung nur nicht schaden – ansonsten ist alles was der Arzt erlaubt, gestattet!

Burnout wegen Job: Ist Schadensersatz möglich?


Ein Arbeitnehmer, der von seinem Chef Schadensersatz wegen eines Burnouts verlangt, muss diesem nachweisen, dass der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht schuldhaft verletzt hat und dies bei ihm zu einer Gesundheitsverletzung führte. Im Einzelfall dürfte es bei der Diagnose Burnout allerdings schwierig sein, die Ursachen ausschließlich bei der Arbeitsbelastung zu finden und dem Chef eine schuldhafte krankmachende Überlastung nachzuweisen. Wichtig ist daher für Arbeitnehmer, die sich überlastet fühlen, diesen Umstand ihrem Chef mitzuteilen und Abhilfe zu verlangen – aus Beweisgründen am besten schriftlich!

Darf einem Arbeitnehmer wegen Burnout gekündigt werden?


Bei Burnout handelt es sich in der Regel um eine Langzeiterkrankung. Eine Kündigung bei Langzeiterkrankungen ist nur unter strengen Regeln möglich. Erste Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer über einen langen Zeitraum – in der Regel mehr als zwei Jahre – erkrankt ist. Weiterhin müssen durch sein Fehlen Störungen im Betriebsablauf durch den Arbeitgeber nachgewiesen werden. Das wird im Einzelfall schwer nachweisbar sein, da das Unternehmen sich zwischenzeitlich in seinem Betriebsablauf auf das Fehlen des Arbeitnehmers eingestellt haben wird.

Muss die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Burnout zahlen?


Arbeitnehmer die an einem Burnout erkranken, können in der Regel eine längere Zeit ihrem Job nicht mehr nachgehen. Durch den Arbeitgeber erhalten sie nur die gesetzliche Lohnfortzahlung von sechs Wochen. Danach folgt eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente von 30 Prozent des Bruttoeinkommens oder Hartz IV. Um dies vorzubeugen haben viele Arbeitnehmer eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Wichtig ist dabei, dass der Versicherer Burnout als Berufsunfähigkeitsgrund anerkennt – was aber bei den meisten Versicherern der Fall ist. Hat der Arbeitnehmer seine Berufsunfähigkeitsversicherung dahingehend abgecheckt, muss die Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei Burnout einspringen.

Letzte Aktualisierung am 2017-04-26 11:58:44.0

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