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Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 27.10.2016

Halloween: Kinderstreiche und die Sache mit den stillen Tagen

Halloween: Kinderstreiche und die Sache mit den stillen Tagen © Jürgen Fälchle - Fotolia

Süßes, sonst gibt´s Saures! An Halloween ist es für Kinder und Jugendliche Brauch, Süßigkeiten an den Haustüren einzusammeln oder anderen gruselige Streiche zu spielen. Doch so mancher Streich ist nicht nur unlustig, sondern schlichtweg strafbar. Außerdem gilt es die jeweilige Regelung für den "stillen Tag" Allerheiligen zu beachten. Ein Überblick.

Sachbeschädigung, Geldstrafe und Schadenswiedergutmachung


Das Besprayen von Hausfassaden oder Autos ist genauso eine Straftat wie einen Briefkasten in Brand zu setzen. Solche Taten sind nicht nur unlustig, sondern schlicht und ergreifend Sachbeschädigung. Wer erwischt wird, muss auf jeden Fall mit einer Geldstrafe rechnen und Schadenswiedergutmachung betreiben. In Ausnahmefällen sind sogar Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren möglich. Wer beim Gruselstreiche-Spielen des Nächtens mit Freunden erwischt wird, kann wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung angezeigt werden. Das bedeutet: Nicht nur derjenige, der die Tat tatsächlich verübt hat, muss sich rechtfertigen, sondern auch alle, die dabei waren. Bei Kindern werden gegebenenfalls die Eltern herangezogen.

Feierverbot an "stillen Tagen" beachten


Die so genannten "stillen Tage" sind Feiertage, die aufgrund ihres ernsten Inhalts einen besonderen Schutz genießen. Normalerweise darf an diesen Tagen nicht unbeschwert gefeiert werden. Allen voran sind hier der Karfreitag und die Weihnachtstage zu nennen. Welche Feiertage tatsächlich stille Tage sind, hat jedes Bundesland seperat geregelt. Fakt ist: Tanzveranstaltungen sind meist gänzlich verboten und Musikveranstaltungen nur im gemäßigtem Stil (Klavierkonzert ja, Rockkonzert nein). An Karfeiertag herrscht in den meisten Bundesländern ein absolutes Verbot für jegliche Art von Veranstaltung, also Tanz / Party, Musik oder Sport.
Eine Halloween-Party ist von den stillen Tagen tangiert, da am 1. November Allerheiligen ist und das Tanzverbot in der Regel bereits in der Nacht beginnt; in Bayern zum Beispiel ab 2 Uhr früh. Wer sich nicht daran hält, wird zumindest Besuch von einigen Polizeibeamten erhalten. Lösen die Behörden eine öffentliche Veranstaltung während des Tanzverbots auf, können sie in jedem Fall eine Geldbuße erheben (in Bayern bis zu 10-tausend Euro; vgl. http://www.sicherheitsrecht-bayern.de/Stille-Tage). An Allerheiligen geplante Veranstaltungen, die den Beamten im Vorfeld bekannt werden, können abgesagt werden. Entsprechende Klagen enden meist erfolglos (vgl. z.b. Aktenzeichen 10 B 11.1529).

Tipps


Ein Halloween-Streich kann also ziemlich teuer werden und zwar auch für denjenigen, der nur dabei war. Eltern tun gut daran, den Süßigkeitsumzug zu begleiten. Und wer eine Halloween-Party oder eine entsprechende Veranstaltung plant, sollte diese sicherheitshalber am 31. Oktober um 24 Uhr beendet haben.
erstmals veröffentlicht am 28.10.2010, letzte Aktualisierung am 27.10.2016

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