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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 07.06.2016

Neu ab November 2015: Mieter brauchen bei Umzug Bescheinigung vom Vermieter!

Bei einem Umzug müssen sich Mieter ab dem 1. November 2015 eine sogenannte Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter ausstellen lassen. Unterlassen sie das, droht ein saftiges Bußgeld! Dies ergibt sich aus dem neuen Meldegesetz.

Grund: Neues Meldegesetz


In Deutschland ist jeder Bürger aufgrund der allgemeinen Meldepflicht verpflichtet bei einem Umzug der Meldebehörde seinen neuen Wohnort mitzuteilen. Bislang war die Meldepflicht auf Landesebene geregelt, ab November gibt es nun ein bundesweit einheitliches neues Meldegesetz. Hintergrund der neuen Regelung ist, Scheinanmeldungen zukünftig zu vermeiden.

Das Meldegesetz kennt aber auch Ausnahmen von der Meldepflicht, etwa bei Aufenthalten in Pflegeheimen oder Einrichtungen zum Schutz vor häuslicher Gewalt. Eine Anmeldung ist auch entbehrlich, wenn jemand schon bei einer Meldebehörde gemeldet ist und eine Wohnung nur für eine Zeit von sechs Monaten bezieht.

Frist beachten: Anmeldung muss innerhalb von 2 Wochen erfolgen!


Mieter müssen binnen zwei Wochen nach ihrem Umzug diesen bei der örtlichen Meldebehörde anzeigen. Zusätzlich müssen sie der Meldebehörde die neue Wohnungsgeberbestätigung ihres Vermieters vorlegen. Die Meldebehörde meldet den Mieter dann beim alten Wohnort ab. Landläufig ist die Wohnungsgeberbestätigung übrigens auch als Umzugsbescheinigung oder Vermieterbescheinigung bekannt.

Wer muss die Wohnungsgeberbestätigung ausstellen?


Grundsätzlich ist der Vermieter Wohnungsgeber und muss die Wohnungsgeberbestätigung ausstellen. Im Fall der Untervermietung gilt der Hauptmieter als Wohnungsgeber und ist entsprechend verpflichtet die Wohnungsgeberbestätigung auszustellen. Wer unentgeltlich wohnt, benötigt auch eine Wohnungsgeberbestätigung, die er sich vom tatsächlichen Wohnungsgeber ausstellen lassen muss.

Was muss in der Wohnungsgeberbestätigung drin stehen?


Der Inhalt der Wohnungsgeberbestätigung ist im Meldegesetz normiert: Name und Anschrift des Vermieters, Angaben zum Ein- oder Auszug, Adresse der neuen Wohnung, Name des Mieters müssen zwingend in der Bescheinigung enthalten sein. Im Meldegesetz findet sich als Anlage eine Vorlage für eine Wohnungsgeberbestätigung. Das Meldegesetz kann man auf der Homepage des Bundesrates downloaden.

Formular Wohnungsgeberbestätigung / Vermieterbescheinigung

Formular Wohnungsgeberbestätigung / Vermieterbescheinigung Wohnungsgeberbestätigung / Vermieterbescheinigung
Hier können Sie sich ein Musterformular Wohnungsgeberbestätigung bzw. Vermieter-Bescheinigung als PDF-Datei herunterladen.
Quelle: anwaltssuche.de, 2016-05-12 17:50:47.0 Downloads: 3321


Hohes Bußgeld droht bei Fristversäumnis oder fehlender Bescheinigung


Mieter, die die Meldefrist von zwei Wochen verstreichen lassen oder es vergessen sich vom Vermieter eine Wohnungsgeberbestätigung ausstellen zu lassen, riskieren ein saftiges Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Aber auch Vermieter können ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro treffen, nämlich wenn sie es versäumen innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Wochen eine Wohnungsgeberbestätigung auszustellen. Ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro droht dem Vermieter, wenn er Scheinadressen anbietet.
erstmals veröffentlicht am 27.10.2015, letzte Aktualisierung am 07.06.2016

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