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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 22.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 655 mal gelesen)

Miete: Untervermietung bei schlechter Finanzlage erlaubt?

Beim Thema Untervermietung gibt es bei Mietern und Vermietern immer wieder große Rechtsunsicherheiten. Ist es beispielsweise erlaubt seine Wohnung unterzuvermieten, wenn die eigenen Vermögensverhältnisse so schlecht geworden sind, dass sich der Mieter die Wohnung nicht mehr alleine leisten kann?

Untervermietung grundsätzlich erlaubt- Vermieter fragen!

Es gibt kein grundsätzliches Verbot eine Wohnung unterzuvermieten. Der Mieter muss allerdings den Vermieter um die Erlaubnis zur Untervermietung bitten. Umgeht er diese Voraussetzung, riskiert der Mieter eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses.

Wann liegt ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung vor?

Der Vermieter kann seine Zustimmung zur Untervermietung nicht verweigern, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung hat, etwa bei einem längeren Auslandsaufenthalt. Auch wenn sich die Vermögenslage des Mieters nach Mietvertragabschluss dermaßen verschlechtert hat, dass er sich die Wohnung nicht mehr allein leisten kann, muss der Vermieter für einen Teil der Wohnung die Erlaubnis zur Untervermietung erteilen. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 422 C 13968/13) und führte aus: Das Interesse der Mieterin, durch die Mieteinnahmen aus der Untervermietung des Zimmers die eigenen Wohnkosten zu senken, sei berechtigt, da die Verschlechterung der finanziellen Lage erst nach dem Mietvertragsschluss entstanden sei. Der Wunsch der Mieterin, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben, sei als Ausdruck ihrer privaten Lebensgestaltung zu respektieren. Daher könne sie auch nicht darauf verwiesen werden, eine billigere Wohnung anzumieten.

Heimliche Untervermietung- fristlose Kündigung droht!

Ein Mieter, der seine Wohnung unberechtigt untervermietet und dies auf Nachfragen des Vermieters hin auch noch abstreitet, hat das Vertrauensverhältnis zum Vermieter so nachhaltig gestört, dass eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses möglich ist., so das Amtsgericht München (Aktenzeichen 423 C 29146/12).
Im zu beurteilenden Fall erhielt eine Vermieterin von der Kriminalpolizei die Mitteilung, dass ihr Mieter diese Wohnung untervermiete. Die Kriminalpolizei hatte dies festgestellt, als jemand anderes bei einer polizeilichen Befragung diese Wohnung als Wohnsitz angab und auch gleich noch mitteilte, dass er aufgrund der Aufforderung des eigentlichen Mieters sich dort nicht anmelden dürfe. Der Mieter bestritt die Untervermietung, woraufhin ihm die Vermieterin kündigte. Mit Recht, so das Münchener Amtsgericht. Indem der Mieterdie Untervermietung geleugnet habe, habe er das Vertrauensverhältnis zur Vermieterin zerstört. Der Vermieterin sei nicht zumutbar, das Mietverhältnis fortzuführen.. Eine vorherige Abmahnung sei daher nicht erforderlich. Die sofortige fristlose Kündigung sei wirksam, so das Münchner Amtsgericht.







erstmals veröffentlicht am 24.02.2014, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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