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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 22.12.2016

Miete: Wie viele Hunde sind in der Wohnung erlaubt?

Miete: Wie viele Hunde sind in der Wohnung erlaubt? © adogslifephoto - Fotolia

Hundehaltung in der Mietwohnung – ein ewiges Streitthema zwischen Mieter und Vermieter! Ein Gericht entschied jetzt, dass nur ein Hund in der Mietwohnung erlaubt ist!

Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München (Aktenzeichen 424 C 28654/13) entspricht die Haltung von mehr als einem Hund in einer Mietwohnung in der Regel nicht mehr dem normalen Mietgebrauch.
Im zu entscheidenden Fall hatte ein Ehepaar in einer 98 Quadratmeter- Wohnung fünf sogenannte „Taschen-Hunde“ gehalten. Damit war der Vermieter nicht einverstanden und forderte die Mieter auf, die Hundehaltung in der Mietwohnung zu unterlassen. Da diese seiner Aufforderung nicht nachkamen, klagte er.
Das Amtsgericht München stellte daraufhin fest, dass im schriftlichen Mietvertrag keine Vereinbarung über die Hundehaltung getroffen worden war. Die Formularfelder dort sind insoweit offen gelassen. Die Mieter konnten durch die Aussage eines Zeugen aber nachweisen, dass der Vermieter mündlich die Haltung eines Hundes zugestanden hat. Die Mieter konnten jedoch nicht beweisen, dass der Vermieter mit der Haltung von fünf Hunden einverstanden war bei Mietvertragsschluss.
Weiterhin vertrat das Gericht die Auffassung, dass die Haltung von mehr als einem Hund in der Regel nicht mehr dem vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung entspreche.

Auch nicht erlaubt: Hundedecken am Fenster auszuschütteln!



Außerdem gab es zwischen dem Vermieter und den Mietern Streit, weil diese aus dem Fenster der Mietwohnung eine Decke ausgeschüttelt, aus der nicht nur Staub, sondern auch Abfallgegenstände in Form von Hundeknochen, Zahnstocher und Slipeinlagen in den Hof gefallen sind und dort eine Besucherin getroffen haben. Auch dazu empfand das Gericht, dass das Ausschütteln von Decken zum normalen mietvertraglichen Gebrauch der Wohnung gehört. Dies gelte aber nur dann, wenn sichergestellt wird, dass sich keine Gegenstände in der Decke befinden, die dann herunterfallen und den Raum unterhalb des Fensters verschmutzen und wenn sichergestellt wird, dass sich keine Personen unterhalb des Fensters befinden.

Ebenfalls nicht erlaubt: Freilaufende Hunde in einer Wohnanlage!


Nach einem aktuellen Urteil des Amtsgerichts München (Aktenzeichen 472 C 7153/13) kann ein Vermieter einer Mieterin, die wiederholt gegen die Pflicht verstößt, ihren Hund anzuleinen, und die einen Mitmieter nach einer Attacke durch ihren Hund als Rechtsradikalen beleidigt hat, fristlos kündigen.
Das Verhalten der Mieterin stelle in mehrfacher Hinsicht eine Verletzung des Mietvertrages dar. So sei der Hund nicht angeleint gewesen, was jedoch aus Sicht des Gerichts die geringfügigste Vertragsverletzung darstelle. Eine schwerwiegende Vertragsverletzung sei hingegen die Beleidigung des Mitmieters als Rechtsradikalen sowie der Schlag mit dem Stock in Richtung des Kopfes des Mannes. Wenn auch der Schlag den Mann nicht getroffen hat, so handele es sich doch um eine bedrohliche Geste zum Nachteil eines Mitmieters, der im Nachbarhaus der gleichen Wohnanlage lebe, so das Amtsgericht München.




erstmals veröffentlicht am 18.12.2014, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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