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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 31.03.2021 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 835 mal gelesen)

Elternbürgschaft im Mietrecht: Wann haften Eltern für Mietzahlungen?

Vermieterin zeigt interessierten Mietern eine Wohnung Vermieterin zeigt interessierten Mietern eine Wohnung © freepik - mko

Die Konkurrenz auf dem Mietmarkt ist für Studenten oder Auszubildende hart. Da kann eine Elternbürgschaft ein Trumpf gegenüber Mitbewerbern sein. Doch was versteht man unter einer Elternbürgschaft im Mietrecht? Für was haften Eltern und ist die Haftung unbeschränkt? Kann eine Kaution und eine Elternbürgschaft vom Vermieter verlangt werden? Und wie haften Eltern bei einem Mietvertrag für eine Wohngemeinschaft?

Was ist eine Elternbürgschaft?


Mit einer Elternbürgschaft sichern Eltern dem Vermieter zu, dass sie für die Mietausfälle, Rückstände bei den Nebenkostenzahlungen oder Schäden an der Mietwohnung aufkommen. Die Zahlungspflicht der Eltern bezieht sich auf alle Ansprüche, die dem Vermieter aus dem Mietverhältnis entstehen. So sind auch ggfs. Räumungskosten von den Eltern zu tragen.

Haben sich Eltern, Kind und Vermieter auf eine Elternbürgschaft verständigt, bedarf es zwei Voraussetzungen damit diese auch wirksam vereinbart wird. Zum einen ist eine schriftliche Bürgschaftserklärung der Eltern nötig und zum anderen muss diese mit im Mietvertrag festgehalten werden.

Haften Eltern unbegrenzt für die Mietzahlungen ihres Kindes?


Ein Mieter ist verpflichtet dem Vermieter für drei Kaltmieten eine Sicherheit zu stellen. Auf diese Höhe beschränkt sich auch die Elternbürgschaft, es sei denn die Eltern bieten freiwillig eine unbegrenzte Bürgschaft an (Bundesgerichtshof; Aktenzeichen IX ZR 16/90) – was in Zeiten der Wohnungsknappheit für Vermieter ein Argument für die Wohnungsvergabe sein kann. Doch Vorsicht: Eine unbegrenzte Haftung ist dann ausgeschlossen, wenn der Mieter die unbegrenzte Mietbürgschaft freiwillig zahlt, der Vermieter dies aber vorher von ihm gefordert hat, so das Landgericht Berlin (Aktenzeichen 65 S 469/13).

Aufgepasst: Bieten Eltern im laufenden Mietverhältnis dem Vermieter eine Mietbürgschaft an, um etwa eine Kündigung des Mietverhältnisses zu verhindern, haften sie unbeschränkt!

Elternbürgschaft und Kaution- ist das erlaubt?


Vermieter dürfen als Sicherheit vom Mieter nur entweder eine Mietkaution oder eine Bürgschaft in Höhe von drei Monatsmieten verlangen. Nur wenn die Kaution nicht vollständig bezahlt wurde, kann die offene Differenz mit einer Mietbürgschaft bedient werden.

Wie haften Eltern bei einem Mietvertrag in einer Wohngemeinschaft?


Bei einem Mietvertrag in einer Wohngemeinschaft, kommt es im Hinblick auf die Mietbürgschaft darauf an, ob es einen Hauptmieter gibt oder alle WG-Bewohner gesamtschuldnerisch haften. Ist das der Fall, haften die Eltern mit ihrer Bürgschaft auf die gesamte Miete – von allen WG-Bewohnern - und nicht nur auf den Anteil der Miete ihres Kindes.

Wie lange dauert eine Mietbürgschaft?


In der Regel endet eine Mietbürgschaft mit dem Ende des Mietvertrages. Es kann auch vereinbart werden, dass sie nach Ablauf einer bestimmten Zeit endet. Eine Mietbürgschaft kann auch unter bestimmten Voraussetzungen widerrufen oder angefochten werden. Auch eine Kündigung der Bürgschaft kann möglich sein.

erstmals veröffentlicht am 23.08.2016, letzte Aktualisierung am 31.03.2021

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