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Kategorie: Anwalt Immobilienrecht , 08.11.2017 (Lesedauer ca. 1 Minute, 140 mal gelesen)

Risse im Haus durch Neubau neben an – Wer haftet?

Risse im Haus durch Neubau neben an – Wer haftet? © mko - topopt

Der Wohnungsmarkt boomt! Überall werden Baulücken durch Neubauten geschlossen. Für Nachbarn wird es ärgerlich, wenn durch die Neubauten Schäden am eigenen Haus entstehen. Wer haftet, wenn sich etwa Risse in der Hauswand durch die Bauaktivitäten des Nachbarn bilden?

Risse durch Vibrationsarbeiten dicht am Nachbarhaus


Neben einem Eigentümer eines Jahrhundertwendehauses sollte ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage gebaut werden. Um die Baugrube zu sichern, trieb der Tiefbauunternehmer acht Meter lange Eisenträger in den Boden, teilweise mit nur 60 cm Abstand zum Nachbarhaus. Als die Tiefbauarbeiten durchgeführt worden waren, wurden die Eisenträger wieder entfernt. Die Eigentümer des Jahrhundertwendehauses stellten daraufhin Risse im Gemäuer ihres Hauses fest. Sie verklagten den Tiefbauunternehmer auf rund 20.000 Euro Schadensersatz.

Tiefbauunternehmer hat Regeln gegen der anerkannten Technik verstoßen


Das Landgericht Osnabrück (Aktenzeichen 12 U 61/16) gab den Klägern Recht. Der Tiefbauunternehmer habe gegen seine werkvertraglichen Schutzpflichten verstoßen. Diese gelten auch gegenüber den Eigentümern des Nachbargrundstückes, weil der Werkvertrag mit den Bauherren eine Schutzwirkung zugunsten Dritter entfalte.
Die Vibrationsarbeiten so dicht am Nachbarhaus durchzuführen, verstoße gegen die anerkannten Regeln der Technik. Eine Beweiserhebung habe gezeigt, dass sich die Risse am Gebäude deutlich nach den Arbeiten vergrößert hätten. Dies führe dazu, dass bei dem Jahrhundertwendehaus kein Witterungsschutz mehr nach außen bestehe. Der Tiefbauunternehmer müsse den durch ihn verursachten Schaden ersetzen, so das Gericht.


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