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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 09.11.2018 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Urlaubsanspruch verfällt nicht automatisch

Urlaubsanspruch verfällt nicht automatisch © Superhasi - Fotolia

Der Anspruch eines Arbeitnehmers auf bezahlten Jahresurlaub erlischt nicht automatisch, weil der Arbeitnehmer keinen Urlaub beantragt hat. Weist der Arbeitgeber aber nach, dass der Arbeitnehmer auf seinen Urlaubsanspruch bewusst verzichtet hat, kann eine finanzielle Vergütung für den entgangenen Urlaub wegfallen. Dies entschied der Europäische Gerichtshof in einem aktuellen Urteil.

Geklagte hatte u.a. ein deutscher Rechtsreferendar, der seinen Jahresurlaub finanziell abgegolten haben wollte, weil er ihn bis zum Ende seiner Referendarzeit nicht in Anspruch nahm.

Der Europäische Gerichtshof (Aktenzeichen C-619/16, C-684/16) stellte in seiner Entscheidung klar, dass ein Urlaubsanspruch nicht automatisch verloren geht, nur weil der Arbeitnehmer vor der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses keinen Urlaub beantragt hat. Der Urlaubsanspruch und der Anspruch auf finanzielle Vergütung für nicht genommenen Urlaub gehen nur dann verloren, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nachweislich darüber aufgeklärt hat, den restlichen Urlaub rechtzeitig in Anspruch zu nehmen. Das Recht auf bezahlten Urlaub soll gewährleisten, dass Arbeitnehmer zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit auch Ruhezeiten in Anspruch nehmen. Damit unvereinbar wäre, wenn Arbeitnehmer ihren zulässigen Jahresurlaub nicht in Anspruch nähmen, um die Vergütung des Arbeitsverhältnisses am Ende zu erhöhen, mahnt der EUGH.



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