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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 03.08.2021 (Lesedauer ca. 5 Minuten, 1139 mal gelesen)

Vorladung erhalten – Wie verhalte ich mich am besten?

Vorladung erhalten – Wie verhalte ich mich am besten? © freepik - mko

Haben Sie ein Schreiben mit einer Vorladung zu einer Vernehmung erhalten? Egal, ob Sie als Beschuldigter oder Zeuge vorgeladen wurden – eine Vorladung sollten Sie sehr ernst nehmen. Trotzdem gilt es jetzt Ruhe zu bewahren und sich richtig zu verhalten. Muss man einer Vorladung nachkommen? Was passiert, wenn man zum Termin nicht erscheint? Wie läuft eine Vorladung ab? Und warum brauchen Sie jetzt unbedingt einen Anwalt für Strafrecht?

Was ist eine Vorladung?


Eine Vorladung ist die Aufforderung zum persönlichen Erscheinen zwecks einer Vernehmung in der Regel vor der Polizei oder der Staatsanwaltschaft. Die Vorladung erfolgt meist schriftlich. Es gibt aber auch Fälle, bei denen die Polizei telefonisch eine Vorladung ausspricht.

Wie verhalte ich mich bei einer Vorladung als Beschuldigter?


Mit einer Vorladung erfahren Sie als Beschuldigter in der Regel zum ersten Mal davon, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Sie läuft. Die Vorladung zu einer Vernehmung kann von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft erfolgen.

In der Regel haben Sie keinen Vorteil davon einer polizeilichen Vorladung zu folgen. Sie wissen ohne Akteneinsicht nicht, was Ihnen genau vorgeworfen wird und was die Polizei weiß.

Ohne den Beistand eines erfahrenen Strafverteidigers begeben Sie sich in eine für Sie nicht beherrschbare Situation.

Die vernehmenden Polizisten sind in ihren Vernehmungsmethoden bestens geschult und entlocken Ihnen in einer scheinbar entspannten Gesprächsatmosphäre Informationen, die in einem späteren Gerichtsverfahren gegen Sie verwendet werden können. Insbesondere sollten Sie sich nicht überschätzen und glauben, Sie könnten die Vorwürfe selbst widerlegen. Die Ermittlungen gegen Sie wären nicht eingeleitet worden, wenn nicht schon ein handfester Anfangsverdacht vorliegen würde.


So sieht es auch bei einer Vorladung durch die Staatsanwaltschaft aus. Hier besteht für Sie nur die Pflicht Ihre Identifikation zu ermöglichen, also Name, Adresse, Geburtsdaten mitzuteilen. Ansonsten steht Ihnen als Beschuldigter ein Aussageverweigerungsrecht zu, von dem Sie ohne anwaltliche Unterstützung in jedem Fall Gebrauch machen sollten. Machen Sie sich bewusst, dass die Ermittlungsbehörden gegen Sie ermitteln und nach belastenden Aussagen suchen. Daher: Schweigen Sie! Schweigen ist Ihr Recht und darf Ihnen nicht zum Nachteil ausgelegt werden.

Vorladung als Zeuge – Worauf muss ich achten?

Auch Zeugen einer Straftat dürfen von den Ermittlungsbehörden vorgeladen werden, da diese schließlich zur Aufklärung der Straftat verpflichtet sind. Ebenso wie bei einer Vorladung als Beschuldigter, sollte man sich auch als Zeuge gut überlegen, ob man der Vorladung folgt. Ergeben sich aufgrund Ihrer Zeugenaussage Anhaltspunkte für eine eigene Straftat, etwa in Form von einer Beihilfe, kann dies für Sie möglicherweise nachteilig sein.

Muss ich einer Vorladung nachkommen?

Bei einer polizeilichen Vorladung besteht weder für einen Beschuldigten, noch für einen Zeugen, eine Pflicht zum Erscheinen.

Anders sieht das bei einer Vorladung durch die Staatsanwaltschaft oder ein Gericht aus. In diesen beiden Fällen besteht für den Beschuldigten eine Plicht zur Vernehmung zu erscheinen. Die Staatsanwaltschaft hat das Recht Ihr Erscheinen etwa durch eine Festnahme zu erzwingen.

Was passiert, wenn ich nicht zu einer polizeilichen Vorladung erscheine?


Wenn Sie den Termin zu einer polizeilichen Vorladung nicht wahrnehmen, hat das keine nachteiligen Konsequenzen. Die Polizei wird Ihr Nichterscheinen in der Akte festhalten und diese an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Bearbeitung weiterleiten.

Muss ich den polizeilichen Vorladungstermin absagen?


Sie sind nicht verpflichtet den Vorladungstermin bei der Polizei mündlich oder schriftlich abzusagen, auch dann nicht, wenn die Polizei Sie darum in der Vorladung bittet. Möchten Sie aus Gründen der Höflichkeit den Termin dennoch absagen, sollten Sie dies schriftlich tun, um sich nicht der Gesprächssituation mit einem Ermittler auszusetzen.

Wie läuft eine Vorladung ab?

Eine Vorladung erfolgt in der Regel schriftlich. Im Schreiben erfahren Sie als Beschuldigter welcher Straftat Sie sich verdächtig gemacht haben. Zudem wird Ihnen Ort, Datum und Uhrzeit der Vernehmung mitgeteilt.

Die polizeiliche Vernehmung beginnt damit Ihnen die vorgeworfene Tathandlung darzulegen und den Geschädigten mitzuteilen. Sie werden über Ihre Rechte als Beschuldigter nach § 163a Strafprozessordnung belehrt. Danach steht es Ihnen frei, sich zu den Beschuldigungen zu äußern oder zu schweigen. Sie haben das Recht jederzeit einen Strafverteidiger zur Vernehmung mitzubringen oder hinzuzuziehen. Als Beschuldigter können Sie zur Entlastung einzelne Beweisanträge stellen.

Entscheiden Sie sich zur Sache auszusagen, werden Ihre Angaben zu Protokoll gegeben und Ihnen nach der Vernehmung zur Unterschrift vorgelegt.

Vorladung erhalten? Warum brauche ich einen Anwalt für Strafrecht?

Sobald Sie eine Vorladung zu einer Vernehmung in den Händen halten, sollten Sie schnellstmöglich einen Anwalt für Strafrecht kontaktieren. Er berät Sie, wie Sie sich jetzt am besten verhalten und fordert umgehend Akteneinsicht, um herauszufinden was Ihnen genau vorgeworfen wird. Danach wird er zusammen mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie entwerfen und Sie in jedem Stadium der Ermittlungen kompetent und erfahren beraten und vertreten. Oft gelingt es einem Strafverteidiger schon in dieser Ermittlungsphase bei der Staatsanwaltschaft eine Einstellung des Verfahrens zu bewirken.

Schon ausgesagt – und jetzt?

Was ist, wenn Sie den Termin zur polizeilichen Vernehmung bereits wahrgenommen und zur Sache ausgesagt haben? Kontaktieren Sie auch in diesem Fall möglichst schnell einen Anwalt für Strafrecht. Er fordert Akteneinsicht und prüft, ob das Ermittlungsverfahren korrekt abgelaufen ist oder ob Verfahrensfehler gemacht wurde. Vielleicht wurden Sie nicht ausreichend über Ihre Rechte belehrt schweigen zu dürfen oder einen Strafverteidiger hinzuziehen zu können. Dies könnte zu einem Beweisverwertungsverbot Ihrer Aussage führen. Möglich ist auch, dass die Polizei Sie bei der Befragung getäuscht hat oder Sie aufgrund von Drohungen Aussagen getätigt haben. Auch dies würde zu einem Beweisverwertungsverbot führen. Zögern Sie nicht und nehmen Sie schnell die Unterstützung eines kompetenten und erfahrenen Strafverteidigers in Anspruch.

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Vorladung - Fragen und Antworten

+ Vorladung was ist das?

Eine Vorladung ist eine Einladung zu einer polizeilichen oder staatsanwaltschaftlichen Vernehmung.


+ Vorladung wie verhalten?

Nehmen Sie unbedingt Kontakt zu einem Anwalt für Strafrecht auf. Dieser berät Sie kompetent und erfahren, wie Sie sich jetzt richtig verhalten.


+ Was tun bei Vorladung als Beschuldigter?

Eine Vorladung als Beschuldigter bedeutet, dass gegen Sie ein Ermittlungsverfahren läuft. Nehmen Sie umgehend Kontakt mit einem Anwalt für Strafrecht auf und lassen Sie sich über das weitere Vorgehen beraten.


+ Wie läuft eine Vorladung bei der Polizei ab?

Lesen Sie dazu mehr in unserer Checkliste.


+ Wie verhalten bei Vorladung Polizei?

Ohne anwaltliche Unterstützung sollten Sie in jedem Fall schweigen und eine Aussage vermeiden.


+ Was bedeutet Vorladung als Beschuldigter?

Gegen Sie läuft ein Ermittlungsverfahren und die Ermittlungsbehörden möchten Sie zu den Ihnen vorgeworfenen Straftaten vernehmen.


+ Was bedeutet Vorladung als Zeuge?

Die Ermittlungsbehörden möchten Sie als Zeuge einer Straftat vernehmen.


+ Was bedeutet Vorladung zur Erörterung?

Dieser Begriff hat keine juristische Bedeutung. Es handelt sich auch hier entweder um eine Beschuldigten- oder Zeugenvernehmung.




erstmals veröffentlicht am 26.06.2019, letzte Aktualisierung am 03.08.2021

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