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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 24.05.2019 (Lesedauer ca. 5 Minuten)

Betrug

Betrug © freepik - mko

Was ist Betrug im strafrechtlichen Sinn? Welchen Strafen drohen bei einem Betrug? Was ist ein Computerbetrug? Wann verjährt ein Betrug? Was tun, wenn glaubt Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Unsere Checkliste klärt Schritt für Schritt Ihre Fragen zum Thema Betrug – garantiert aktuell, kompetent und verständlich!

Betrug – Das müssen sie wissen

Der Straftatbestand Betrug ist als Vermögensdelikt in § 263 StGB geregelt. Danach macht sich derjenige eines Betrugs strafbar, der durch Täuschung bei einem anderen einen Irrtum erregt oder aufrechterhält und diesen dazu veranlasst, eine Vermögensverfügung zu treffen, wodurch beim Betrogenen ein Vermögensschaden und beim Täter ein Vermögensvorteil entsteht. Auch der Versuch eines Betrugs ist strafbar.

Unter Täuschung ist das Vorspiegeln falscher Tatsachen oder das Entstellen und Unterdrücken wahrer Tatsachen zu verstehen. Dies kann durch ausdrückliche Behauptungen oder schlüssiges Verhalten geschehen. Auch das Nichtbeseitigen eines Irrtums über eine Tatsache stellt eine Täuschung dar, wenn zwischen dem Täter und dem Opfer eine Garantenstellung besteht.
Als Vermögen werden alle Vermögenswerte nach Abzug der Verbindlichkeiten verstanden.
Die Vermögensverfügung kann durch aktives Handeln, Dulden oder unterlassen geschehen und muss immer einen Schaden des Opfer-Vermögens zur Folge haben.
Zur Verwirklichung des Straftatbestands Betrug muss der Täter eine Bereicherungsabsicht besessen haben, d.h. er wollte sich rechtswidrig einen Vermögensvorteil verschaffen.

Besonders schwere Fälle des Betrugs sind der Gewerbs- oder Bandenbetrug, Vermögenverlust in erheblicher Höhe oder bei mehreren Opfern, Verursachung von wirtschaftlicher Not, Missbrauch einer Amtsträgerstellung und das Vortäuschen eines Versicherungsfalls.
Diese schweren Fälle des Betrugs werden mit einem erhöhten Strafrahmen geahndet.


Spezialfall: Computerbetrug

Im Strafgesetzbuch ist neben dem allgemeinen Betrug der Computerbetrug geregelt. Der entscheidende Unterschied zum Betrug ist, dass beim Computerbetrug keine Irrführung durch eine andere Person erfolgt, sondern durch Computermanipulationen. Das Verwenden falscher, unvollständiger oder unbefugter Daten, eine Manipulation der Programmgestaltung oder des – ablaufs beeinflussen die Ergebnisse einer Datenverarbeitung und stellen damit eine Täuschungshandlung dar.

Spezialfall: Subventions- und Kapitalanlagebetrug

Ein weiterer Spezialfall ist der Subventions- und Kapitalanlagebetrug, womit Täuschungen bei Subventionsvergaben und unrichtige Wertermittlungsangaben bei Kapitalanlagen unter Strafe gestellt werden.

Spezialfall: Versicherungsmissbrauch

Der im Strafgesetzbuch normierte Versicherungsmissbrauch stellt Handlungen unter Strafe, die noch vor einem Versicherungsbetrug geschehen. Gemeint ist damit beispielsweise das Wegschaffen von versicherten Dingen.

Spezialfall: Sportwettenbetrug

Der Sportwettenbetrug wurde erst im Jahr 2017 ins Strafgesetzbuch aufgenommen. Dieser Straftatbestand erfasst alle rechtswidrigen Beeinflussungen von Sportereignissen durch Sportler, Trainer oder Schiedsrichter sowie das Manipulieren von Sportwetten.

Internetbetrug – Was ist das?

In Zeiten von Online-Shopping, sozialen Netzwerken & Co. findet gerade auch im Internet häufig Betrug statt. Dabei nutzt der Täter in der Regel die Gutgläubigkeit oder mangelnde Information seines Opfers aus. Häufigste Betrugsmethoden sind hier Phishing, Täuschungen beim Onlineshopping oder bei Onlineauktionen, Gewinnbenachrichtigungen und Kettenbriefe, Identitätsdiebstahl und Internetabos.


Welche Strafe droht bei einem Betrug?

Ein Betrug wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Strafverschärfungen sind etwa beim allen Formen des schweren Betrugs vorgesehen. In diesen besonders schweren Fällen beträgt die Freiheitsstrafe sechs Monate bis zu zehn Jahren.

Der Computerbetrug wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Auch hier ist der Versuch strafbar. Die besonders schweren Fälle des Betrugs sind auch auf den Computerbetrug anwendbar.

Wann verjährt ein Betrug?

Ein einfacher Betrug verjährt im strafrechtlichen Sinne nach fünf Jahren. Wichtig: Die Frist beginnt erst mit der Beendigung des Betrugs, bzw. dem Eintritt des Betrugserfolgs, und kann durch viele Ereignisse, wie Beschuldigtenvernehmung oder Eröffnung des Hauptverfahrens, unterbrochen werden.

Anzeige wegen Betrug erhalten – was tun?

Wer eine Vorladung zu einer polizeilichen Beschuldigtenvernehmung wegen Betrugs erhalten hat, sollte sich schnellst möglich mit einem Anwalt für Strafrecht in Verbindung setzen. Es drohen erhebliche Strafen und Auswirkungen für Ihre persönliche Zukunft!

Bei einer Vorladung zur Vernehmung als Beschuldigter sollten Sie ohne anwaltlichen Rat gegenüber den Ermittlungsbehörden keine Angaben machen. Sie müssen der Vorladung nicht Folge leisten. Sie haben als Beschuldigter das Recht Ihre Aussage zu verweigern, um sich selbst zu schützen und müssen sich durch eine Aussage nicht selbst belasten.

Ein Anwalt für Strafrecht beantragt bei einer Anzeige wegen Betrugs umgehend Akteneinsicht und kann so rechtssicher einschätzen, was Ihnen vorgeworfen wird und welche Verteidigungsstrategie zu verfolgen ist.

Einen ersten Überblick, wie Sie sich als Beschuldigter eines Betrugs am besten verhalten, haben wir Ihnen in einer übersichtlichen Checkliste dargestellt.

Checkliste: So verhalten Sie sich als Beschuldigter richtig

Formular Checkliste: So verhalten Sie sich als Beschuldigter richtig Checkliste: So verhalten Sie sich als Beschuldigter richtig
Wurden Sie von der Polizei vorgeladen? Droht Ihnen eine Hausdurchsuchung oder haben Sie sogar eine Anklageschrift erhalten? So verhalten Sie sich als Beschuldigter richtig.
Quelle: anwaltssuche.de, 10.05.2019 Downloads: 36

Wie setzen Opfer eines Betrugs ihre Rechte durch?

Opfer eines Betruges haben zum einen die Möglichkeit Rückzahlungsansprüche gegenüber dem Betrüger auf dem Zivilrechtsweg geltend zu machen. Zum anderen können sie Strafanzeige erstatten und ihre Rechte im Strafverfahren im Wege eines sog. Adhäsionsverfahrens geltend machen.

Nehmen Sie Kontakt zu einem Anwalt für Strafrecht auf. Er berät Sie kompetent und erfahren, wie Sie Ihre Rechte gegenüber dem Betrüger effektiv und schnell durchsetzen können.



Bei Betrug Anwalt konsultieren - so geht's

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Betrug - sofort Hilfe vom Anwalt
Hier finden Sie schnell zu einem spezialisierten Anwalt für Strafrecht und können sich umfassend über die weiteren Schritte informieren. Falls Sie Beratung in Anspruch nehmen möchten, empfehlen wir, Ihr Anliegen im Kontaktformular bereits zu schildern und sich unverbindlich zurückrufen zu lassen. Ihr Anwalt / Ihre Anwältin kann sich dann optimal vorbereiten und Sie effektiv zu Ihrem Rechtsfall und den möglichen Kosten beraten.


+ Betrugsopfer - was tun?

Opfer eines Betrugs sollten unbedingt Anzeige erstatten, damit der Täter ermittelt wird, andere geschützt werden und der wirtschaftliche Schaden ausgeglichen wird.


+ Betrugsverdacht - was tun?

Wer den Verdacht hat Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollte sich an die Polizei wenden. Die kann einschätzen, ob eine Anzeige sinnvoll erscheint und wie weiter vorzugehen ist.


+ Betrugsanzeige - was passiert?

Nach einer Betrugsanzeige wird von Strafverfolgungsbehörden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das Betrugsopfer wird als Zeuge vernommen und es werden Beweise gesichert. Am Ende der Ermittlungen wird entweder das Verfahren eingestellt oder es wird Anklage erhoben. Dann kommt es zu einer Hauptverhandlung mit Zeugenvernehmung und Beweisaufnahme. Im anschließenden Urteil erfolgt entweder ein Freispruch oder eine Strafe.


+ Betrugsanzeige - wo aufgeben?

Eine Betrugsanzeige kann persönlich oder schriftlich bei jeder Polizeidienststelle, Staatsanwaltschaft oder einem Gericht in Deutschland zur Anzeige gebracht werden.


+ Betrugsmail - was tun, wo melden?

Betrugsmails sollten Sie bei einer Verbraucherschutzorganisation und bei der Polizei melden. Die Polizei beginnt sofort nach der Anzeige den Täter zu ermitteln. Die Verbraucherschutzorganisation warnt andere Internet-User vor den Betrugsmails.


+ Wo kann man Betrugsanrufe melden?

Bei Betrugsanrufen können Betroffene sich an die Bundesnetzagentur wenden und Beschwerde im Wege eines Onlineformulars einreichen.




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