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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 24.05.2019 (Lesedauer ca. 5 Minuten)

Körperverletzung

Was ist eine Körperverletzung? Welche Strafen drohen bei einer Körperverletzung? Wie macht man Schmerzensgeld nach einer Körperverletzung geltend? Wann verjährt eine Körperverletzung? Unsere Checkliste klärt Schritt für Schritt Ihre Fragen zum Thema Körperverletzung – garantiert aktuell, kompetent und verständlich!

Körperverletzung – Das müssen sie wissen

Der Straftatbestand der Körperverletzung ist im Strafgesetzbuch normiert. Danach versteht man unter Körperverletzung, wenn die Unversehrtheit einer Person von einer anderen durch Gesundheitsschädigungen oder körperlichen Misshandlungen beeinträchtigt wird.

Gesundheitsschädigung ist das Hervorrufen eines pathologischen Zustands. Dabei können nicht nur physische, sondern auch psychische Einwirkungen auf eine Person zu einer Körperverletzung führen, wenn diese Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden haben.

Unter einer körperlichen Misshandlung versteht man jede unangemessene, üble Behandlung einer Person, deren Wohlbefinden oder körperliche Unversehrtheit dadurch nicht unwesentlich beeinträchtigt wird. Hierunter fallen etwa Ohrfeigen oder Anrempeln.

Eine Körperverletzung wird mit einer Geldbuße oder einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet. Auch eine versuchte Körperverletzung ist strafbar.


Von der Körperverletzung abzugrenzen sind Belästigungen, wie zum Beispiel anspucken, die die körperliche Unversehrtheit oder das Wohlbefinden eines Menschen nicht stark beeinträchtigen.

Formen von Körperverletzung


Das Strafgesetzbuch unterscheidet sechs Formen der Körperverletzung:
  • Einfache Körperverletzung (§ 223 StGB)
    Unter den Straftatbestand einer einfachen Körperverletzung fallen körperliche Misshandlungen oder Gesundheitsschädigungen. Sie wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren verfolgt.

  • Gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB)
    Bei einer gefährlichen Körperverletzung greift der Täter zu besonders verwerflichen Tatmitteln (etwa Waffen oder Gift). Sie wird mit einer Mindestfreiheitsstrafe von sechs Monaten geahndet.

  • Schwere Körperverletzung (§ 226 StGB)
    Die schwere Körperverletzung sanktioniert besonders schwere Tatfolgen, wie zum Beispiel der Verlust der Sehkraft oder Querschnittslähmung. Eine vorsätzliche schwere Körperverletzung wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren geahndet.

  • Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB)
    Stirbt ein Opfer infolge einer Körperverletzung, ohne dass der Tod vom Täter beabsichtigt war, spricht man von einer Körperverletzung mit Todesfolge. Sie wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren verfolgt.

  • Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)
    Eine fahrlässige Körperverletzung liegt vor, wenn der Täter diese zwar begangen, aber nicht beabsichtigt hat, wie etwa bei einem Verkehrsunfall.

  • Körperverletzung im Amt (§ 340 StGB)
    Eine Körperverletzung im Amt ist gegeben, wenn diese durch einen Amtsträger während der Ausübung des Dienstes oder in Beziehung auf den Dienst begangen wird. Sie wird mit einer Freiheitsstrafe von drei bis zu fünf Jahren geahndet.

Wann verjährt eine Körperverletzung?

Eine einfache und fahrlässige Körperverletzung verjährt im strafrechtlichen Sinne nach fünf Jahren. Eine schwere oder gefährliche Körperverletzung sowie die Misshandlung Schutzbefohlener verjähren nach 10 Jahren. Eine Körperverletzung mit Todesfolge verjährt nach 20 Jahren.

Zivilrechtliche Schmerzensgeldansprüche nach einer Körperverletzung müssen Opfer innerhalb von drei Jahren geltend machen.

Anzeige wegen Körperverletzung erhalten – was tun?

Wer eine Vorladung, einen Strafbefehl oder eine Anklage wegen Körperverletzung erhalten hat, sollte sich schnellst möglich mit einem Anwalt für Strafrecht in Verbindung setzen. Es drohen erhebliche Strafen und Auswirkungen für Ihre persönliche Zukunft!

Bei einer Vorladung zur Vernehmung als Beschuldigter sollten Sie gegenüber den Ermittlungsbehörden keine Angaben machen. Sie müssen der Vorladung auch nicht Folge leisten.

Gegen einen Strafbefehl wegen Körperverletzung können Sie innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen. Bei Verstreichen dieser Frist wird der Strafbefehl rechtskräftig und Sie sind verurteilt.

Wer wegen einer Körperverletzung angeklagt wird, muss sich vor Gericht verantworten. Das Gericht prüft den Tatvorwurf im Rahmen einer Beweisaufnahme und spricht am Ende des Verfahrens ein Urteil.

Welche Rechte haben Opfer einer Körperverletzung?

Opfer einer Körperverletzung sollten sich unbedingt an einen Anwalt für Strafrecht wenden. Er kennt Ihre Rechte und setzt sich für deren Durchsetzung mit all seiner Kompetenz und Erfahrung ein. Ein Anwalt für Strafrecht begleitet Sie bei Vernehmungen und vertritt Sie ggfs. bei einer Nebenklage im Strafverfahren. Wer im Besitz einer Rechtsschutzversicherung ist, sollte eine Kostenübernahme prüfen.

Es gibt auch die Möglichkeit bei Gericht einen eigenen Opferanwalt zu beantragen. Seine Tätigkeit ist kostenfrei. Er vertritt Ihre Rechte ebenfalls vor Gericht und bei den Ermittlungsbehörden.

Bei einer schweren Körperverletzung erhalten Menschen mit besonderem Schutzbedürfnis eine kostenfreie psychosoziale Prozessbegleitung.

Als Opfer einer Körperverletzung stehen Ihnen ggfs. Ansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz sowie Schmerzensgeldansprüche zu. Eine Orientierung zur Höhe der Schmerzensgeldforderungen nach einer Körperverletzung gibt Ihnen unsere hilfreiche Checkliste

Schmerzensgeldtabelle bei Körperverletzung

Formular Schmerzensgeldtabelle bei Körperverletzung Schmerzensgeldtabelle bei Körperverletzung
Als Opfer einer Körperverletzung stehen Ihnen Ansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz und Schmerzensgeld zu. Hier finden Sie eine Übersicht über die Höhe Ihrer Ansprüche bei verschiedenen Verletzungen.
Quelle: anwaltssuche.de, 08.05.2019 Downloads: 5




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Anwalt für Strafrecht bei Körperverletzung
Körperverletzung - sofortige Hikfe vom Anwalt
Hier finden Sie schnell zu einem spezialisierten Anwalt für Strafrecht und können sich umfassend über die weiteren Schritte informieren. Falls Sie Beratung in Anspruch nehmen möchten, empfehlen wir, Ihr Anliegen im Kontaktformular bereits zu schildern und sich unverbindlich zurückrufen zu lassen. Ihr Anwalt / Ihre Anwältin kann sich dann optimal vorbereiten und Sie effektiv zu Ihrem Rechtsfall und den möglichen Kosten beraten.


Häufige Fragen und Antworten zu Körperverletzung


+ Körperverletzung - was tun?

Nach einer erlitten Körperverletzung sollten Opfer umgehend einen Arzt aufsuchen, um die Verletzungen beweissicher dokumentieren zu lassen. Im Anschluss Anzeige bei der Polizei erstatten.



+ Körperverletzung - wer zahlt Arztkosten?

Die Arztkosten sind bei einer Körperverletzung vom Täter zu zahlen. Hat die Krankenkasse die Behandlungskosten übernommen, geht ein Anspruch auf Schadensersatz gegenüber dem Täter auf sie über.



+ Körperverletzung - wer zahlt Anwaltskosten?

Wird ein Verfahren wegen Körperverletzung eingestellt, zahlt das Opfer seinen Anwalt selbst. Im Falle einer Verurteilung muss der Täter die Anwaltskosten zahlen.



+ Körperverletzung - wer ermittelt?

Eine einfache Körperverletzung ist ein sog. Antragsdelikt, d.h. das Opfer muss einen Antrag auf Strafverfolgung stellen, damit die Ermittlungsbehörden tätig werden. Alle übrigen Formen der Körperverletzung sind Offizialdelikte und werden von Amts wegen von der Staatsanwaltschaft verfolgt.



+ Körperverletzung - wer haftet?

Für eine Körperverletzung und deren Folge haftet der Täter.



+ Körperverletzung - wie lange anzeigbar?

Bestimmte Formen der Körperverletzung müssen innerhalb von drei Monaten bei der Polizei angezeigt werden, ansonsten findet keine strafrechtliche Verfolgung statt. Die Geltendmachung von zivilrechtlichen Schmerzensgeldansprüchen unterliegt dieser Frist nicht.



+ Körperverletzung - wie lange im Führungszeugnis?

Ein Eintrag im Führungszeugnis findet bei einer Erstverurteilung wegen Körperverletzung bei einer Strafe von mehr als 90 Tagessätzen, bzw. 3 Monaten Freiheitsstrafe oder einer Bewährungsstrafe bis zu einem Jahr statt. Diese werden nach 3 Jahren gelöscht. Alle übrigen Fälle, also Freiheitsstrafen über ein Jahr, werden in der Regel nach 5 Jahren gelöscht.



+ Körperverletzung - wie hoch ist die Strafe?

Es gibt verschiedene Formen von Körperverletzung, die mit einem unterschiedlichen Strafmaß bedacht sind. Ausführliche Infos finden Sie oben in unserer Checkliste.




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