anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 01.07.2022 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 29 mal gelesen)

Worauf müssen Schüler beim Ferienjob achten?

Angestellte in einem Cafe Angestellte in einem Cafe © freepik - mko

Mit einem Ferienjob können Schüler ihr Taschengeld aufbessern und Berufserfahrung sammeln. Doch ab welchem Alter dürfen Schüler arbeiten? Wie hoch ist die maximale Arbeitszeit? Welche Jobs dürfen Schüler nicht machen? Gibt es bei Ferienjobs einen Anspruch auf Mindestlohn? Und was gilt beim Ferienjob im Hinblick auf die Steuer, Sozialabgaben und Krankversicherungsbeiträge?

Ab welchem Alter ist ein Ferienjob erlaubt?


Einem Ferienjob dürfen Schüler ab 15 Jahren nachgehen. Ab 13 Jahren dürfen Schüler aber kleine Tätigkeiten, wie babysitten oder Zeitungen austragen, gegen Bezahlung erledigen. Wichtig: Für den Job ist die Zustimmung der Eltern notwendig.

Wie viel Stunden dürfen Schüler in den Ferien arbeiten?


Schüler unter 15 Jahren dürfen höchstens zwei Stunden am Tag an fünf Tagen in der Woche im Zeitraum zwischen 8 bis 18 Uhr arbeiten. In landwirtschaftlichen Betrieben sind 3 Stunden täglich erlaubt. Samstag, Sonntag und an Feiertagen dürfen diese Schüler keinem Job nachgehen.

Schüler, die 15 Jahre und älter sind dürfen 8 Stunden am Tag, 40 Stunden in der Woche und höchstens vier Wochen pro Kalenderjahr arbeiten. Die Arbeitszeit kann zwischen sechs und 20 Uhr liegen. Auch hier ist die Arbeit am Samstag, Sonntag und an Feiertagen nicht erlaubt.

Welche Jobs sind für Schüler in den Ferien nicht erlaubt?


Zum Schutz der Schüler verbietet das Jugendarbeitsschutzgesetz eine Reihe von Tätigkeiten. Darunter fallen etwa Tätigkeiten an gefährlichen Maschinen, mit giftigen oder reizenden Stoffen oder wenn durch Lärm, Strahlen, Hitze oder Nässe die Gesundheit des Schülers beeinträchtigt werden kann. Akkordarbeit ist ebenfalls im Ferienjob nicht zulässig.

Wie hoch ist der Mindestlohn bei Ferienjobs?


Bei Ferienjobs gibt es keinen Anspruch auf einen Mindestlohn. Je nach Arbeitgeber ist ein Stundenlohn von 5 bis 15 Euro möglich.

Müssen Schüler mit Ferienjob Steuern und Abgaben zahlen?


Handelt es sich beim Ferienjob um einen Minijob, bei dem der Schüler nicht mehr als 450 Euro über einen Zeitraum von nicht länger als drei Monate am Stück, bzw. 70 Arbeitstage im Jahr, verdient, muss er keine Steuern zahlen. Das Gehalt des Minijobs wird pauschal vom Arbeitgeber versteuert. Sozialversicherungsabgaben fallen nicht an. Der Schüler erhält ohne Abzüge die 450 Euro, die verdient hat.

Wirft der Ferienjob mehr als 450 Euro ab, handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für die Sozialabgaben und Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen. Lohnsteuer muss erst ab einem gewissen Einkommen gezahlt werden. Wann diese Grenze erreicht ist, muss individuell mit den entsprechenden Freibeträgen und Pauschbeträgen berechnet werden.

Wie sind Schüler beim Ferienjob versichert?


Schüler mit einem Ferienjob sind vom Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung umfasst, falls es im Rahmen ihrer Tätigkeit zu einem Unfall kommt. Dieser Versicherungsschutz greift allerdings nicht bei Ferienjobs im Ausland.

Krankenversichert sich Schüler in der Regel über die Familienkrankenversicherung. Erst ab einem Einkommen von mehr als 450 Euro werden eigene Krankversicherungsbeiträge fällig.

Wird der Ferienjob beim Kindergeld angerechnet?


Nein, das Einkommen aus einem Ferienjob wird nicht beim Kindergeld der Eltern angerechnet – egal, wie viel der Schüler verdient!

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Arbeitsrecht
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Arbeitsrecht