Logo anwaltssuche.de
Arbeitsrecht , 09.12.2016

Aushilfen auf dem Weihnachtsmarkt: Arbeitgeber müssen Sorgfaltspflichten beachten!

Aushilfen auf dem Weihnachtsmarkt: Arbeitgeber müssen Sorgfaltspflichten beachten! © eyetronic - Fotolia

Bratwürste wenden bis das Handgelenk schmerzt, Tabletts mit Glühwein schleppen bis die Schulter knackt – Arbeiten auf dem Weihnachtsmarkt kann ein Knochenjob sein! Doch aufgepasst: Arbeitgeber treffen Sorgfaltspflichten im Bezug auf Gesundheit und Wohlergehen ihrer Arbeitnehmer – das gilt auch für Aushilfen!

In eisiger Kälte auf dem Christkindlmarkt Lebkuchen zu verkaufen oder von morgens bis abends Backfisch braten – das ist die unromantische Realität vieler Aushilfen, die zurzeit auf den wunderschönen Weihnachtsmärkten in Deutschland arbeiten.

Arbeitgeber muss Gesundheit und Leben seiner Beschäftigten schützen


Wichtig zu wissen: Arbeitgeber sind zum Schutz von Leben und Gesundheit ihrer Arbeitnehmer verpflichtet. Sie müssen das Arbeitsschutzgesetz, das Arbeitssicherheitsgesetz oder auch Vorschriften zur Unfallverhütung beachten. Daraus ergibt sich, dass Arbeitgeber insbesondere ihre Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit aufklären- selbst oder durch eine fachkundige Person. Der Umgang mit der Friteuse muss der Aushilfe auf dem Weihnachtsmarkt also erklärt und gezeigt werden, um Unfälle zu vermeiden.

Ein Arbeitgeber hat auch Fürsorgepflichten hinsichtlich der medizinischen Vorsorge. Er muss dem Beschäftigten etwa regelmäßig arbeitsmedizinische Untersuchungen ermöglichen.
Weiterhin muss der Arbeitgeber seine Räume und Gerätschaften, die zur Arbeit notwendig sind, so bereitstellen, dass keine Gefahr für die Gesundheit oder das Leben des Beschäftigten besteht. Auch gesundheitlichen Überanstrengungen, wie etwa das stundenlange Schleppen von schweren Tabletts mit Gläsern, muss der Arbeitgeber entgegenwirken. Legt ein Beschäftigter ein ärztliches Attest vor, dass er bestimmte Tätigkeiten aufgrund seines Gesundheitszustands nicht vornehmen kann, muss der Arbeitgeber ihn mit anderen Tätigkeiten beauftragen.

Verstoß gegen Sorgfaltspflichten führt zu Schadensersatz


Verstößt der Arbeitgeber gegen seine Sorgfaltspflichten hat der Beschäftigte die Möglichkeit seine Arbeitsleistung zurückhalten. Er kann den Arbeitgeber bei der zuständigen Aufsichtsbehörde anzeigen und auf Herstellung des ordnungsgemäßen Zustands klagen. Kommt es zu einem Unfall aufgrund der Sorgfaltspflichtverletzung haftet der Arbeitgeber dem Beschäftigten auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Bei Berufskrankheiten oder Arbeitsunfällen springt die Berufsgenossenschaft für die Folgen ein. Es sei denn, der Arbeitgeber hat den Schaden vorsätzlich hervorgerufen, dann haftet er im vollen Umfang.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Arbeit & Beruf
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Arbeitsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0606060606060606 / 5 (33 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Arzthaftungsrecht 26.10.2016
Im Arztstrafrecht geht es um Rechtsberatung in klassischen Straftatbeständen wie fahrlässige Körperverletzung oder im schlimmsten Fall Totschlag. Zudem gibt es Straftatbestände jüngeren Datums aus anderen Rechtsgebieten, die vermehrt Krankenhäuser und Ärzte im medizinischen und organisatorischem Sinne betreffen.
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 29.03.2016
Ob Oktoberfest, zur Messe- oder Weihnachtszeit: Für viele Unternehmen ist es rentabel, in Spitzenzeiten oder für bestimmte Tätigkeiten Aushilfen einzusetzen. Doch Vorsicht: Rechtlich sind Aushilfen den Arbeitnehmern in wesentlichen Punkten gleichgestellt.
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht Rechtsanwälte Bender & Ruppel 12.07.2016 (1461 mal gelesen)

Im Arbeitsrecht gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Dieser verbietet es "mit Kanonen auf Spatzen zu schießen". Bevor der Arbeitgeber zu dem denkbar einschneidensten arbeitsrechtlichen Mittel der Kündigung greift, muss er zuvor den Arbeitnehmer erfolglos abgemahnt haben. Doch nicht selten sind die Abmahnungen nicht begründet und der Arbeitnehmer fragt sich nach Erhalt, was er dagegen machen kann.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.842696629213483 / 5 (89 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 10.11.2009 (827 mal gelesen)

Nicht selten geschieht es, dass sich die Arbeitsvertragsparteien vor der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses über das vom Arbeitgeber zu erteilende Zeugnis unterhalten und einen bestimmten Zeugnistext vereinbaren.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.037735849056604 / 5 (53 Bewertungen)
Glühwein, Punsch & Co – Auto lieber stehen lassen! © eyetronic - Fotolia
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 23.11.2016 (762 mal gelesen)

Glühwein, Punsch oder Jagertee locken bald oder bereits auf den Weihnachts- und Christkindlmärkten im ganzen Land. Autofahrer wissen, dass sie bei einer Alkoholfahrt mit Punkten und Bußgeld rechnen müssen, aber eine Freiheitsstrafe haben wohl die wenigsten auf dem Radar...

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8157894736842106 / 5 (38 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 13.09.2016 (295 mal gelesen)

Wer sich ein Auto anmietet, sollte hinsichtlich der benötigten Kraftstoffsorte genau hinschauen. Eine Betankung des Fahrzeugs mit Benzin statt Diesel, führt im Schadensfall zu einem nicht unerheblichen Kostenersatz.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.214285714285714 / 5 (14 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Arbeit & Beruf

Suche in Expertentipps