anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Verwaltungsrecht , 07.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Weihnachtsmarkt: Vom Becherpfand und Glühweintrinken

Weihnachtsmarkt: Vom Becherpfand und Glühweintrinken © eyetronic - Fotolia

Die Vorweihnachtszeit ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres, besonders für Kinder und Jugendliche. Und in der Mittagspause oder nach der Schule nutzen Schüler gerne die Möglichkeit, einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Was vielen Eltern nicht klar ist: Die Regeln in Bezug auf den Konsum von Alkohol sind auf einem Weihnachtsmarkt nicht ausgesetzt. Und wussten Sie, dass das Heimnehmen eines Bechers genaugenommen Diebstahl ist?

Wer darf welchen Glühwein trinken?


Ob heiße Cocktails, Glühwein "mit Schuss" oder "heißer Horst": Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es unterschiedliche Spirituosen und entsprechend unterschiedliche Regeln, ab welchem Alter der Kauf bzw. der Konsum eines alkoholhaltigen Getränks erlaubt ist. Auch bereits der "normale" alkoholhaltige Glühwein ohne zusätzliche Spirituosen darf an Kinder grundsätzlich nicht verkauft werden. Jugendliche ohne Begleitung eines Erwachsenen dürfen sich ab 16 Jahren einen Glühwein kaufen. Jugendliche ab 14 Jahren dürfen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten (und mit dessen Zustimmung) Glühwein kaufen und trinken. Anders sieht das mit branntweinhaltigen Getränken aus. Der Glühwein mit dem berühmten Schuss (z.B. Rum) darf weder von unter 18-Jährigen getrunken, noch geordert werden.

Glühweinbecher muss zurückgegeben werden!


Die Becher für Glühwein und Punsch sind in der Regel jährlich limitiert. Und da zu Hause der eine oder andere Becher gerne kaputt geht, nehmen viele Weihnachtsmarktbesucher einen Pfandbecher mit nach Hause oder verschenken diese sogar an Daheimgebliebene. Doch Vorsicht: Das ist eigentlich nicht erlaubt! "Pfand" ist rechtlich nicht dasselbe wie "Kaufpreis", auch wenn die Höhe eines Pfands dem finanziellen Wert eines Bechers entsprechen mag. Kaufen bedeutet juristisch erwerben, ein Pfand hinterlegen bedeutet, den Gegenstand zu nutzen, um ihn (wichtig) anschließend wieder zurückzubringen. Wer also einen Becher vom Weihnachtsmarkt ohne zu fragen mit nach Hause nimmt, begeht in der Theorie Diebstahl. Praktisch haben die Gewerbetreibenden auf den meisten Christkindlmärkten reagiert: Das Pfand für den Becher entspricht entweder dem Wert des Bechers oder befindet sich sogar leicht darüber. So können die Marktständler den Verlust verschmerzen und der ein oder andere Becher kann nach Hause wandern, ohne dass der Entwender mit einer Anzeige zu rechnen hat. Besser ist es sicherlich den Standbesitzer einfach zu fragen.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Staat & Verwaltung
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Verwaltungsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.068965517241379 / 5 (29 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Strafrecht 26.09.2016
Der Diebstahl ist eine der häufigsten Straftaten in Deutschland. Milde Strafen gibt es für Langfinger jedoch nur anfänglich und nur wenn der Tatvorwurf tatsächlich Diebstahl lautet und nicht von Raub die Rede ist. Ein Überblick.
Kategorie: Anwalt Familienrecht 14.09.2018
Wenn Eheleute sich trennen, wird halbiert: Sofern nicht anders geregelt, wird das während der Ehe hinzugewonnene Vermögen zu gleichen Teilen auf beide Partner aufgeteilt. Das betrifft auch das gemeinsame Haus.
Weihnachtsmärkte, Tannenbäume, Dekoration – Rechtstipps rund um den Advent! © Coloures-pic - Fotolia
Expertentipp vom 06.12.2016 (1117 mal gelesen)

Ob es der Transport von zu langen Tannen im Auto ist, die brennende Weihnachtsdekoration oder die Autofahrt mit zuviel Glühwein nach dem Besuch des Weihnachtsmarktes: Gerade in der Adventszeit sollten Sie vor allem auch Ihre Pflichten kennen.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.075757575757576 / 5 (66 Bewertungen)
Glühwein, Punsch & Co – Auto lieber stehen lassen! © eyetronic - Fotolia
Expertentipp vom 23.11.2016 (774 mal gelesen)

Glühwein, Punsch oder Jagertee locken bald oder bereits auf den Weihnachts- und Christkindlmärkten im ganzen Land. Autofahrer wissen, dass sie bei einer Alkoholfahrt mit Punkten und Bußgeld rechnen müssen, aber eine Freiheitsstrafe haben wohl die wenigsten auf dem Radar...

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8157894736842106 / 5 (38 Bewertungen)
Strafrecht: Diebstahl im Wert von 50 Euro kann zu Freiheitsstrafe führen! © jinga80 - Fotolia
Expertentipp vom 22.12.2016 (1798 mal gelesen)

Ein Diebstahl von zwei Flaschen Whisky im Wert von insgesamt rund 48 Euro kann zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten ohne Bewährung führen!

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.876190476190476 / 5 (105 Bewertungen)
Expertentipp vom 22.12.2016 (598 mal gelesen)

Bei einer Selbstbedienungskasse im Supermarkt scannen die Kunden ihre Ware selbst ein und schließen auch den Bezahlvorgang ohne einen Kassierer ab. Der Verlockung, nicht die komplette Ware einzuscannen oder billiger Ware abzurechnen, sollten die Kunden aber widerstehen- hierbei handelt es sich um den Straftatbestand Diebstahl.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.857142857142857 / 5 (35 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Staat & Verwaltung

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung