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Abmahnung im Arbeitsrecht: Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sie aussprechen!

Abmahnung: Die gelbe Karte im Arbeitsrecht

Unterschiedliche Meinungen gibt es überall. Da rutscht einem schon mal das eine oder andere böse Wort heraus ("Wenn Sie nicht aufpassen, kündige ich Ihnen!" o.ä.). Vorsicht ist geboten, wenn Sie von Ihrem Chef eine formelle Abmahnung erhalten. Denn oftmals hat der Arbeitgeber schon die Kündigung im Kopf. Nehmen Sie eine Abmahnung also unbedingt ernst.

Gründe

Grundlage für eine Abmahnung Arbeitsrecht ist der vereinbarte Arbeitsvertrag. Verstoßen Sie gegen diesen, darf der Arbeitgeber eine Abmahnung aussprechen. Das kann einerseits Ihr Verhalten sein. Sie kommen zum Beispiel immer wieder zu spät oder verhalten sich Kunden gegenüber unprofessionell. Andererseits kann es auch Ihre Leistung betreffen. Sie bringen beispielsweise Ihre Projekte nicht zu Ende oder machen Fehler, die die Firma immer wieder viel Geld kostet.

Mündlich oder schriftlich: Beides ist möglich

Im Normalfall erfolgt die Abmahnung schriftlich. Der Hauptgrund: Papier ist das beste Beweismittel. Allerdings ist auch eine mündliche Abmahnung denkbar. Wer die Abmahnung nur ausspricht, lässt sich diese zumeist hinterher schriftlich bestätigen. Vorsicht: Unterschreiben Sie nicht überstützt, sondern informieren Sie sich schnell über Ihre Rechte und Möglichkeiten.

Auch der Arbeitnehmer kann abmahnen

Auch der Chef darf abgemahnt werden. Warum? Auch er hat den Arbeitsvertrag unterschrieben, aus dem vielen Pflichten für ihn hervorgehen. Wird er vertragsbrüchig, dürfen Sie als Arbeitnehmer (denn Vertragspartner) genauso abmahnen. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn der Arbeitgeber Ihren Lohn immer wieder zu spät, Ihnen öfters zu wenig oder mehrmals gar kein Gehalt überweist. Allerdings: Mit einer Abmahnung fährt man schwere Geschütze auf. Eine normale Zusammenarbeit ist danach häufig nicht mehr möglich und das Ausscheiden aus dem Unternehmen in den meisten Fällen die nötige Konsequenz. Auch ist eine Abmahnung durch den Arbeitnehmer nicht immer das beste Mittel der Wahl. Kündigt Ihnen Ihr Chef, haben Sie oftmals die besseren Karten in der Hand.

So sollten Sie mit einer Abmahnung umgehen

Egal, ob Sie eine Abmahnung erhalten haben oder eine aussprechen möchte, hier gibt es viele Fallstricke. Eine Abmahnung muss zum Beispiel zeitnah erfolgen (nicht etwa zwei Monate später). Aber auch Form und Inhalt müssen stimmen, ansonsten ist sie anfechtbar und ggf. unrechtmäßig. Dies spielt dann eine große Rolle, wenn eine ausgesprochene Abmahnung eine Kündigung rechtfertigen soll. Falsch ist: Man muss nicht dreimal für das gleiche Verhalten abmahnen, um eine Kündigung aussprechen zu können! Richtig ist: Eine Abmahnung genügt, um eine Kündigung aussprechen zu können, sollte der Abgemahnte sein Fehlverhalten nicht ändern.

Anwalt für Arbeitsrecht

Es steht viel auf dem Spiel. Deshalb ist hier eine professionelle Beratung durch einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht wirklich wichtig und sinnvoll. Am besten ist sicherlich, sich sofort nach dem Vorfall mit einem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen. Aber: Auch wenn Sie eine Abmahnung erhalten haben und noch nicht darauf reagiert haben (vielleicht waren Sie krank oder bereits im Mutterschutz ), kann eine juristische Beratung noch hilfreich sein.

Letzte Aktualisierung am 2016-03-23

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