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Bauabnahme - ein Meilenstein im Hausbau

Letzte Aktualisierung am 08.08.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Die Bauabnahme steht an; sie ist eine Art Meilenstein im Verhältnis zwischen dem Bauherren als Auftraggeber und der ausführenden Baufirma als Auftragnehmer. Denn mit der Bauabnahme gibt der Bauherr seine formale Zustimmung zur korrekten und vertragsgemäßen Durchführung des Bauvorhabens. Nimmt der Bauherr den Bau ab, bedeutet das so viel wie: "Alles ist in Ordnung, ich bin zufrieden mit der Arbeit. Ich sehe keine Mängel und ich habe keinen Grund zur Klage"! Diese Feststellung hat für beide Seiten erhebliche, nicht zu unterschätzende Rechtsfolgen. Besonders wichtig: Ziehen Sie auf keinen Fall vor der Abnahme ein, auch wenn es Sie drängt. Denn das kann als Zustimmung und damit als Bauabnahme gewertet werden. Mit den entsprechenden Folgen.

Mit der Bauabnahme wird das ausstehende Geld fällig ...

Egal wie viel Sie als Bauherr an Abschlagszahlungen bereits geleistet haben - mit der Bauabnahme ist der Job für den Bauunternehmer erledigt und er hat das Recht, die Schlussrechnung zu stellen. Er kann alle noch ausstehenden Beträge auf einen Schlag einfordern und rechtliche Schritte einleiten, wenn das Geld nicht nach Vorschrift gezahlt wird.

... gelten alle Leistungen als erfüllt...

Ab dem Zeitpunkt der Bauabnahme ist es mit Nachbesserungen vorbei. Was an Mängeln zwar erkannt aber akzeptiert wurde, muss das Bauunternehmen nicht mehr beseitigen. Ab der Bauabnahme geht es nur noch um Gewährleistung bzw. Schadenersatz. Ein guter Grund, die Abnahme mit aller gebotenen Sorgfalt vorzunehmen.

... und Beweislast und Haftung werden umgekehrt

Mit der formalen Erfüllung aller Leistungen muss der Bauherr jetzt selbst nachweisen, dass ein Unternehmen an seinem Bau schlampig gearbeitet hat. Das kann unter Umständen kompliziert werden - vor allem dann, wenn mehrere Unternehmen am Bau beteiligt waren, die sich (nach der Bauabnahme) gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Zu guter Letzt muss der Bauherr ab dem Zeitpunkt der Bauabnahme sein Haus selbst versichern (Gebäudeversicherung, Feuerversicherung usw.).

Ist die Schlussrate auch bei Baumängeln zu zahlen?

Bezüglich der Zahlungsfälligkeit der Schlussrate (in der Regel 3,5 Prozent der Vertragssumme) gibt es immer wieder Unklarheiten und Unwahrheiten, die übers Netz veröffentlicht werden. Prüfen Sie bitte als Allererstes Ihren Bauvertrag bzw. die AGB mit dem beauftragten Bauträger oder Bauunternehmer. In der Regel ist nach der Bauabnahme die Schlussrate fällig, auch wenn noch vereinzelte Baumängel vorliegen. Ausnahme (und deshalb ist der Blick in Ihren Bauvertrag so wichtig) gilt, wenn die Vertragssumme z.B. erst Zitat "nach vollständiger Fertigstellung" eingefordert werden darf. Bei einem solchen Wortlaut urteilten Richter am LG in Heidelberg, muss die Zahlung der Schlussrate dann auch erst erfolgen, wenn tatsächlich alle Baumängel beseitigt sind (Az. 3 O 309/13). Das klingt gut, aber diese Information hätten Sie vermutlich vor Abschluss des Bauvertrags benötigt; abgesehen davon, ob Ihr Vertragspartner sich darauf eingelassen hätte... Unser Tipp, wenn Sie gerade direkt vor der Bauabnahme stehen: Führen Sie mit einem von Ihnen beauftragten Sachverständigen eine Vorabnahme durch. Notieren Sie detailliert alle Mängel und Schäden. Verlangen Sie, den Sachverständigen auch bei der offiziellen Bauabnahme dabei haben zu dürfen. Lehnen Sie auf jeden Fall eine Bauabnahme ab, wenn die Mängel gravierend sind und Sie z.B. bei Leibe nicht einziehen können. Denn um den Kreis zu schließen: In aller Regel ist die Schlussrate auch dann fällig, wenn noch Mängel vorhanden sind. Diese müssen dann zwar behoben werden, aber mit der Zahlung der Schlussrate geben Sie Ihren besten Trumph am Ende der Bauphase aus der Hand.

Sie brauchen Unterstützung - dringend

Seien Sie bei der Bauabnahme getrost pingelig: Haken Sie Punkt für Punkt die einzelnen Leistungen ab, die das Bauunternehmen laut Bauvertrag erbringen muss. Damit sind Sie schon einmal in der richtigen Richtung unterwegs. Viel besser allerdings: Lassen Sie sich helfen. Der Bauunternehmer hat im Zweifel die solidere Fachkenntnis und die besseren Argumente und ist Ihnen daher meist überlegen. Sie sollten sich also um fachlichen Beistand bemühen. Dazu haben Sie auch jederzeit das Recht - zum Beispiel dürfen Sie einen Bau-Sachverständigen engagieren, der Ihre Seite vertritt. Daher müssen Sie ihn auch selbst zahlen. Können Sie sich wegen offensichtlicher Mängel oder Abweichungen von den geschuldeten Leistungen nicht auf eine Abnahme einigen, ist Ihr erster und bester Weg der Anwalt. Der kennt alle Fallen des Baurechts und kann wesentlich dazu beitragen, dass Sie künftig zufrieden im eigenen Heim wohnen werden. Einen guten Anwalt für Baurecht finden Sie ganz einfach hier.