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Überblick zum Grenzabstand

Letzte Aktualisierung am 08.08.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Vorschriften zum Grenzabstand sollen für ein gesundes, zwischenmenschliches Klima sorgen. Und das ist wahrscheinlich dort am gesündesten, wo man einander aus der Sonne geht und dem Anderen genügend Luft lässt. Doch auch Lärm- und Brandschutzaspekte ("Brandüberschlag") spielen bei den Vorschriften zum Grenzabstand eine Rolle. Die Regelungen zum Grenzabstand gehören ins öffentliche Baurecht.

Grenzabstand und Abstandsflächen

Mit dem Grenzabstand sind auch die so genannten Abstandsflächen geregelt, jene Flächen zwischen benachbarten Gebäuden, die gar nicht oder nur in besonderen Ausnahmefällen bebaut werden dürfen. Ist eine Bebauung zulässig, so wird hier der Begriff "Grenzbebauung" verwendet. Der ist leider zum Synonym für juristische Dauerstreitereien unter Nachbarn geworden.

Formel für den Grenzsabstand

In den meisten Bundesländern gilt eine Formel für die Berechnung des Grenzabstandes / der Breite der Abstandflächen. Sie richtet sich nach der Höhe der Gebäude-Außenwand und unterscheidet sich in der Regel in Wohngebieten und Gewerbegebieten. Mindestabstand zum Nachbarn sind üblicherweise 3 Meter. Bei enger Bauweise kann daher bereits eine Renovierungsmaßnahme wie z.B. das Anbringen einer Außenisolierung am eigenen Haus in die bestehenden Bestimmungen zum Grenzabstand eingreifen. Die Isolierung macht das Haus breiter; sie verändert damit auch den Abstand zur Grenze des Nachbargrundstücks. Überschreitet sie den gebotenen Grenzabstand, ist auf jeden Fall angeraten, Baubehörde und Nachbar in die Planung mit einzubeziehen.

Bebauung der Abstandsflächen

Ob und was auf Abstandsflächen gebaut werden darf, legt der örtliche Bebauungsplan fest. Es ist in der Regel zulässig, Garagen ("Grenzgaragen"), Gartenhäuschen, Carports, Fahrradabstellplätze und auch Wintergärten zu bauen, die dann allerdings eine bestimmte Größe nicht überschreiten dürfen und einer festen Nutzung unterworfen bleiben. So darf ein Gartenhäuschen oder eine Garage nicht dauerhaft als Partyraum oder Werkstatt genutzt werden. Die abweichende Nutzung von Bauten auf Abstandsflächen ist genehmigungspflichtig. Je nach ortsüblicher Vorschrift muss in aller Regel auch der Nachbar zustimmen.

Grenzabstände gelten auch für Pflanzen

Auch der Baum des Nachbarn, der Ihren Rasen verschattet, kann ein Grenzabstands-Thema sein - oder zu einem werden, je nachdem wie hartnäckig man auf die Einhaltung der Vorschriften besteht. Pflanzen auf Abstandsflächen unterliegen nämlich ebenfalls rechtlichen Bestimmungen. Unkontrollierter Wildwuchs verstößt möglicherweise gegen Gesetze. Wichtig: Auch hier hat jedes Bundesland seine eigenen Vorschriften. Entscheidend ist meist die Höhe einer Pflanze: Je nach Höhe muss eine Pflanze (das gilt für Bäume, Sträucher und Hecken) einen bestimmten Grenzabstand wahren. Man sollte also bereits beim Anpflanzen darauf achten, dass die zu erwartende Wuchshöhe eines Baumes im richtigen Verhältnis zum Abstand steht. So gilt in einigen Bundesländern z.B., dass Pflanzen von über 2m Höhen einen Mindest-Grenzabstand von 2m einhalten müssen. Hält Ihr Baum den geltenden Grenzabstand nicht ein, kann der Nachbar das Zurückschneiden oder das Entfernen des Baumes verlangen. Ob Ihr Baum dabei das Tageslicht im nachbarlichen Wohnzimmer dimmt oder nicht, ist relativ gleichgültig: Ihr Nachbar muss keine Beeinträchtigung nachweisen; er kann schlicht auf sein Recht pochen. Ignorieren Sie sein Verlangen, kann er den Rechtsweg beschreiten. Selbsthilfe ist allerdings untersagt: Ihren Baum stutzen oder absägen darf er keinesfalls.

Bei Umzug neue Regelungen beachten

Generell kann jede Aktion, bei der es um die Wahrung des Grenzabstandes geht, in baurechtliche oder nachbarrechtliche Belange eingreifen. Der Frieden unter Nachbarn ist ein hohes Gut, das vom Gesetzgeber als schützenswert betrachtet wird. Aber Vorsicht: Wenn Sie von Hamburg nach Bayern ziehen, gelten unter Umständen ganz andere Vorschriften.

Doch lieber zum Anwalt

Das Baurecht ist ein komplexes Rechtsgebiet. Versuchen Sie gravierende Probleme und Konflikte mit Ihren Nachbarn zunächst einvernehmlich zu regeln. Hat das keinen Erfolg, suchen Sie sich einen guten Anwalt für Baurecht. Den finden Sie gleich hier bei uns.


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