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Handwerkerpfusch: Sie haben ein Recht auf Qualität

Letzte Aktualisierung am 04.10.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Ja, es gibt Baupfusch, und zwar jede Menge. Und es gibt deswegen Ärger, Pleiten und Prozesse. Doch der Mediendonner verstellt einen objektiven Blick. Was sicher ist: 1. Das Gros der Bauvorhaben in Deutschland wird mangelfrei durchgeführt. 2. Wenn Sie betroffen sind, werden Ihnen keine Fernseh-Helden zu Hilfe eilen. Sie müssen sich selbst helfen. Und das können Sie schaffen, denn Sie sind nicht rechtelos.

Nie bauen ohne Bauvertrag

Fangen wir vorne an: Sie haben einen ordentlichen Bauvertrag, oder? Das wird dringendst empfohlen. Denn er beschreibt, was der Bauträger Ihnen gegenüber zu erbringen hat, wie und mit welchen Materialien. Der Bauvertrag muss möglichst detailliert sein. Er soll alle Leistungen und Kosten enthalten, die für die gesamte Durchführung des Bauvorhabens entstehen. Gerne vergessen werden Kleinigkeiten wie vermessen, Baugrube ausheben, Dränage, Anschlüsse, Kran, Energieversorgung, Lagerplatz für Baumaterialien etc. Für alles, was nicht aufgeführt ist, können Sie vom Bauträger eine (gesalzene) Extra-Rechnung bekommen. Guter Rat: Wenn Sie wenig Ahnung von der Materie (dem Bauen) haben, holen Sie sich dringend schon vor Abschluss des Bauvertrags externe Hilfe.

Warum ist der Bauvertrag so wichtig

Und warum ist der Bauvertrag so wichtig? Er kann Sie auch gegen Pfusch am Bau schützen. Denn was hier beschrieben ist, muss der Bauträger / die Baufirma auch so ausführen - zu dem vereinbarten Preis. Ist die Treppe anders angebracht als beschrieben oder fehlt eine Leistung, liegt ein Baumangel vor. Und Sie haben das Recht darauf, dass der Ausführende den Mangel beseitigt. Dieses Recht können Sie durchsetzen. Ohne (detaillierten) Bauvertrag ist schon das Feststellen eines Mangels viel schwieriger.

Der Handwerkerpfusch ist offensichtlich - was tun?

Wasser im Keller, Risse in der Mauer, schiefe Fenster: Wenn Sie auf Pfusch auf Ihrer Baustelle stoßen, gehen Sie immer folgendermaßen vor: 1. Stellen Sie den Mangel fest und dokumentieren Sie ihn. 2. Fordern Sie die ausführende Firma schriftlich zur Beseitigung auf. 3. Setzen Sie eine Frist zur Nachbesserung.

Ansonsten möglichst täglich Fotos machen

Baupfusch (auch versteckten) entdecken Sie nur dann, wenn Sie möglichst oft persönlich auf der Baustelle vorbeischauen - mit einer guten Kamera. Fotografieren Sie jede Kleinigkeit aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Die schlecht ausgeführte Isolierung ist schnell mit Kies verdeckt. Sie kommt erst Jahre später zum Vorschein, wenn das Wasser im Keller steht. Wenn Sie alles dokumentiert haben, können sich auch gegen später auftretende Schäden noch wehren.

Was machen Sie, wenn die Handwerker wirklich Mist bauen - und zwar andauernd?

Ihr neuer Job als Bau-Kontrolleur ist nervenaufreibend, und jetzt liegen auch noch andere Ziegel auf dem Dach als die, die Sie bestellt haben? Gehen Sie spätestens jetzt zum Anwalt (den Sie hoffentlich bereits bei Abschluss Ihres Bauvertrags konsultiert haben). Er hilft Ihnen Ihre Rechte durchzusetzen. Und er sorgt dafür, dass Sie Ihr Haus so bekommen, wie Sie es bestellt haben.

Vorsicht vor Arbeit ohne Rechnung!

Auch wenn die finanzielle Bauplanung noch so konservativ durchgeführt worden ist: Ein Bau ist in der Regel viel teurer als ursprünglich errechnet. Experten schätzen diesen Wert auf bis zu 30 Prozent, die Häuslesbauer mehr berappen müssen. Des Bauherrn gefürchteter Begriff ist das Wort "Aufpreis". So sind Angebote von Handwerkern, Dienstleistungen ohne Rechnung durchzuführen, vielerorts sehr verlockend. Doch Vorsicht: Nicht nur, dass eine solche Beauftragung unter das Schwarzarbeitergesetz fällt, Sie verbauen sich einiges mehr: Entdecken Sie bei der Schwarzarbeit Baumängel haben Sie weder ein Recht auf Nachbesserung, noch ein Recht auf Gewährleistung (Aktenzeichen VII ZR 216/14 bzw. Aktenzeichen 1 U 105/11).