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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 18.09.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 558 mal gelesen)

Sportübertragungen: Was ist am Arbeitsplatz erlaubt?

Sportübertragungen: Was ist am Arbeitsplatz erlaubt? © mko - topopt

Ob Fußballspiele, Olympia oder die Tennis-WM: Viele sportbegeisterte Arbeitnehmer sind bei Sportübertragungen im Fernsehen, am Radio oder per Internet-Stream gerne live dabei. Doch ist das am Arbeitsplatz erlaubt? Oder kann der Chef in diesen Fällen sogar den Arbeitnehmer abmahnen und kündigen?

Zur Frage, ob Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz Sportübertragungen verfolgen dürfen, bleibt grundsätzlich festzuhalten, dass Arbeitnehmer in erster Linie verpflichtet sind ihre vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung zu erfüllen!

Sport live am Arbeitsplatz per Fernsehübertragung?


Glück für alle Arbeitnehmer, die einen sportbegeisterten Chef haben: Denn nur wenn der Chef es erlaubt, dürfen Arbeitnehmer etwa ein Fußballspiel während der Arbeitzeit am Fernseher live verfolgen. Ansonsten ist das Erbringen der vollen Arbeitsleistung beim gleichzeitigen Fußballschauen im Fernseher nicht gewährleistet. In manchen Unternehmen wird aber aus der Übertragung eines Fußballspiels unserer Nationalelf ein gemeinsames Event für alle Mitarbeiter gemacht. Wichtig: Solche Events gehören dann zur Arbeitszeit und sind damit vergütet - außer Chef und Mitarbeiter und/oder Betriebsrat treffen eine andere Vereinbarung.

Sport live am Arbeitsplatz per Radio?


Für die Radioübertragung von Sportveranstaltungen gilt: Werden die Kollegen nicht gestört und kann der Arbeitnehmer trotz Radio seine Arbeitsleistung vollumfänglich erbringen, darf er die Sportveranstaltung am Radio live am Arbeitsplatz verfolgen.

Sport live am Arbeitsplatz per Internet-Stream?


Ist in einem Unternehmen privates Surfen im Internet für Arbeitnehmer verboten, so gilt das auch während Sportübertragungen. Wer Sport in Echtzeit am Arbeitsplatz per Internet-Stream verfolgt, riskiert eine fristlose Kündigung. Das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen 2 AZR 581/04) hat geurteilt, dass eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt ist, wenn sich ein Arbeitnehmer während seiner Arbeitszeit ausschweifend für private Zwecke im Internet tummelt. Also Arbeitnehmer aufgepasst, besser vorher mit dem Chef absprechen, ob das Sport-Event am Firmen-Computer verfolgt werden darf.

In diesem Sinne entschied auch das Arbeitsgericht Köln (Aktenzeichen 20 Ca 7940/16 ) und hielt eine Abmahnung eines Arbeitnehmers für gerechtfertigt, der nachweislich 30 Sekunden lang ein Fußballspiel auf einem Dienst-PC schaute. In dieser Zeit habe der Mann seine Arbeitsleistung nicht erbracht, was ein abmahnungsfähiges Verhalten für die Kölner Richter darstellte.

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