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Reiserecht , 21.12.2012

Unfall auf Hallenrodelbahn- Wer haftet?

Ski und Rodeln kann man zur großen Freude aller Wintersportler mittlerweile nicht nur in den Bergen, sondern auch in der Ski- und Rodelhalle. Doch wer haftet hier, wenn es in der künstlich angelegten Winterwelt zu einem Unfall kommt?

Ski und Rodeln kann man zur großen Freude aller Wintersportler mittlerweile nicht nur in den Bergen, sondern auch in der Ski- und Rodelhalle. Doch wer haftet hier, wenn es in der künstlich angelegten Winterwelt zu einem Unfall kommt?

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 9 U 129/06) stellt ein willkürlich angelegter Sprunghügel in einer Hallenrodelbahn eine atypische Gefahr dar, vor der der Betreiber der Anlage zu warnen hat. Anderseits seien Rodelnde aber insbesondere auf einer ihnen unbekannten Piste gehalten, so angepasst zu fahren, dass sie notfalls vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis abbremsen und anhalten können. Andernfalls trifft sie bei einem Unfall ein Mitverschulden. Dem Urteil lag folgender Fall zu Grunde: Ein rodelnder Mann fuhr in einer Rodelhalle auf einer Rodelbahn, in deren Verlauf sich ein künstlich aufgeschütteter Sprunghügel befand. Der Mann sauste die Piste mit hohem Tempo herunter und dachte, dass es sich bei dem Hügel um einen Bremshügel aus lockerem Schnee handelte. Er steuerte auf den Hügel, fuhr über in drüber und hob ab. Beim Aufprall mit dem Schlitten auf den Boden zog er sich schere Verletzungen zu. Das Hammer Oberlandesgericht beurteilte den Fall wie folgt: Der Sprunghügel sei mit dem Ziel, das Rodelvergnügen zu erhöhen, künstlich in den Verlauf der Hallenrodelbahn eingebaut worden. Es habe sich bei ihm um eine atypische Gefahr gehandelt, mit der der Nutzer einer Hallenrodelbahn ohne natürliche Unebenheiten nicht zu rechnen brauchte. Er hätte das Hindernis nur dann einkalkulieren müssen, wenn zu Beginn des Abfahrtshangs eine entsprechende Warnung oder ein Hinweis vorhanden gewesen wäre. Ein solcher habe hier jedoch gefehlt. Er wäre, so die Richter, aber erforderlich gewesen, da die rechtzeitige und problemlose Erkennbarkeit des Schanzenhügels nicht gesichert gewesen sei. Insofern habe der Hallenbetreiber seine Verkehrssicherungspflicht verletzt. Der verletzte Mann trage aber eine Mitschuld an dem Unfall. Der Mann habe kein wintertaugliches Schuhwerk mit entsprechenden Profilsohlen getragen, die zum Bremsen ungeeignet waren. Außerdem sei er nach eigenen Angaben bei den schlechten Sichtverhätnissen in der Halle zu schnell gefahren.
Zwei weitere Urteile des Oberlandesgerichts Hamm zeigen aber, dass Rodeln an sich auf eigene Gefahr der Wintersportler erfolgt. Im ersten Fall entschieden die Hammer Richter (Aktenzeichen I-9 U 81/10), dass ein Rodler bevor er die Piste mit dem Schlitten hinab saust, prüfen muss, ob die Rodelpiste zum Rodeln geeignet ist. Darüber hinaus muss er immer mit Unebenheiten im Boden rechnen. In einem andern Fall urteilte das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 13 U 120/98 ), dass ein Pistenbetreiber nur bei außergewöhnlicher Gefährlichkeit haftet.


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