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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 14.02.2020 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 66 mal gelesen)

Arbeitsvertrag: Rechtstipp zu ordentlichen Kündigungsgründen

Arbeitsvertrag: Rechtstipp zu ordentlichen Kündigungsgründen © freepik - mko

Arbeitnehmer und Arbeitgeber können ein Arbeitsverhältnis mit einer ordentlichen Kündigung beenden. Doch was bedeutet „ordentliche“ Kündigung? Welche Voraussetzungen müssen beachtet werden? Und wie kann man sich gegen eine Kündigung wehren?

Was bedeutet „ordentliche“ Kündigung?


Es gibt zwei Arten ein Arbeitsverhältnis zu beenden: mit einer ordentlichen oder außerordentlichen Kündigung. Der Unterschied besteht darin, dass bei der ordentlichen Kündigung mit einer Kündigungsfrist gekündigt wird und eine außerordentliche Kündigung sofort und ohne eine Kündigungsfrist gilt.

Aus welchen Gründen kann ordentlich gekündigt werden?


Betriebe von mehr als 10 Beschäftigten – Kündigungsgrund notwendig!


Bei Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten und einer Beschäftigungsdauer des betroffenen Arbeitnehmers von mehr als 6 Monaten gilt das Kündigungsschutzgesetz. Der Arbeitgeber kann in dem Fall nur wirksam kündigen, wenn er einen Kündigungsgrund hat.

Es gibt personenbedingte, verhaltensbedingte und betriebsbedingte Kündigungsgründe.

Bei einer personenbedingten Kündigung liegt der Grund in der Person des Arbeitnehmers. So etwa bei Krankheit oder Haftstrafen. Dem Arbeitnehmer ist es nicht mehr möglich seine vereinbarte Arbeitsleistung zu erbringen.

Anders sieht es bei der verhaltensbedingten Kündigung aus. Hier stört das Verhalten des Arbeitnehmers den Betriebsfrieden, weshalb eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt. Gründe können beispielsweise privates Surfen im Internet, Arbeitszeitbetrug oder Mobbing gegen Kollegen sein.

Bei der betriebsbedingten Kündigung beruht der Kündigungsgrund auf betrieblichen Umständen. Dies kann etwa eine Stilllegung eines Betriebsteils oder Auftragsmangel sein.

Was gilt für Kleinbetriebe?


Bei Betrieben mit weniger als 10 Beschäftigten gelten als Kleinbetrieb auf die das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet. Hier kann der Arbeitgeber auch ohne einen Kündigungsgrund das Arbeitsverhältnis beenden. Er muss nur eine Kündigungsfrist von vier Wochen beachten und die Kündigung schriftlich gegenüber dem Arbeitnehmer erklären.

Welche Form muss eine ordentliche Kündigung haben?


Eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss schriftlich erfolgen. Eine Kündigung per E-Mail oder Fax ist unwirksam. Die Kündigung muss dem Arbeitnehmer zugehen und das Kündigungsschreiben muss klar und unmissverständlich das Arbeitsverhältnis beenden.

Lesen Sie mehr zu den formalen Voraussetzungen einer Kündigung in unserem Ratgeberbeitrag „Kündigung im Arbeitsrecht – So verhalten Sie sich richtig!“.

Wer genießt Sonderkündigungsschutz?


Schwangere, Scherbehinderte, Arbeitnehmer im Elternzeit und Betriebs- und Personalratsmitglieder genießen einen gesetzlichen Sonderkündigungsschutz. Will der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer dieser Personengruppe kündigen, muss er weitere Voraussetzungen erfüllen, wie etwa die Zustimmung der zuständigen Behörde einholen.

Wie kann man gegen eine ordentliche Kündigung vorgehen?


Arbeitnehmer können gegen eine ordentliche Kündigung vor dem Arbeitsgericht klagen. Dabei muss eine Frist von drei Wochen ab Zugang der Kündigung eingehalten werden, in der die Kündigungsschutzklage erhoben werden kann. Es empfiehlt sich daher sofort nach dem Erhalt einer Kündigung einen Anwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen. Er berät Sie im Hinblick auf die Erfolgschancen einer Kündigungsschutzklage und vertritt Ihre Rechte gegenüber Ihrem Arbeitgeber – außergerichtlich und vor Gericht.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Arbeitsrecht
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