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Kategorie: Anwalt Immobilienrecht , 21.05.2021 (Lesedauer ca. 3 Minuten, 1064 mal gelesen)

Welche Rechte und Pflichten hat eine Hausverwaltung?

Welche Rechte und Pflichten hat eine Hausverwaltung? © freepik - mko

Ob Mietshaus, Eigentumswohnungen oder Gewerbeimmobilien: Die Verwaltung von Immobilien geben Eigentümer gerne in die Hände einer Hausverwaltung. Doch welche Aufgaben hat die Hausverwaltung? Was kostet sie? Und was können Mieter oder Eigentümer tun, wenn es Probleme mit der Hausverwaltung gibt?

WEG: Welche Aufgaben hat die Hausverwaltung?


Die Aufgaben der Hausverwaltung für eine Wohnungseigentümergemeinschaft sind in § 27, 28 WEG gesetzlich geregelt. Darüber hinaus können im Hausverwaltervertrag noch weitere Aufgaben bestimmt werden.

Zu den gesetzlichen Pflichten gehört zu einer ordnungsmäßigen, dem Interesse der Gesamtheit der Wohnungseigentümer entsprechenden Verwaltung insbesondere: die Aufstellung einer Hausordnung; die ordnungsmäßige Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums; die Feuerversicherung des gemeinschaftlichen Eigentums sowie Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht; die Ansammlung einer angemessenen Instandhaltungsrückstellung; die Aufstellung eines Wirtschaftsplans; die Duldung aller Maßnahmen, die zur Herstellung einer Fernsprechteilnehmereinrichtung, einer Rundfunkempfangsanlage oder eines Energieversorgungsanschlusses zugunsten eines Wohnungseigentümers erforderlich sind.

Hausverwaltung muss Beschlüsse ausführen


Darüber hinaus ist der Hausverwalter gegenüber den Wohnungseigentümern berechtigt und verpflichtet, Beschlüsse der Wohnungseigentümer durchzuführen und für die Durchführung der Hausordnung zu sorgen. Er muss die für die ordnungsmäßige Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums erforderlichen Maßnahmen treffen. In dringenden Fällen muss der Hausverwalter sonstige zur Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums erforderliche Maßnahmen vornehmen.

Hausverwalter ist auch Finanzverwalter


Soweit es sich um gemeinschaftliche Angelegenheiten der Wohnungseigentümer handelt, muss der Verwalter Lasten- und Kostenbeiträge, Tilgungsbeträge und Hypothekenzinsen anfordern, in Empfang nehmen und abführen. Er ist verpflichtet alle Zahlungen und Leistungen zu bewirken und entgegenzunehmen, die mit der laufenden Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums zusammenhängen sowie die eingenommenen Gelder zu verwalten. Ferner muss er die Wohnungseigentümer unverzüglich darüber unterrichten, wenn ein Rechtsstreit anhängig ist.

Hausverwalter als Vertreter der Wohnungseigentümer


Der Hausverwalter ist berechtigt, im Namen aller Wohnungseigentümer und mit Wirkung für und gegen sie Willenserklärungen und Zustellungen entgegenzunehmen, soweit sie an alle Wohnungseigentümer in dieser Eigenschaft gerichtet sind. Er darf Maßnahmen treffen, die zur Wahrung einer Frist oder zur Abwendung eines sonstigen Rechtsnachteils erforderlich sind, insbesondere einen gegen die Wohnungseigentümer gerichteten Rechtsstreit gemäß § 43 Nr. 1, Nr. 4 oder Nr. 5 im Erkenntnis- und Vollstreckungsverfahren zu führen. Er ist befugt Ansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen, sofern er hierzu durch Vereinbarung oder Beschluss mit Stimmenmehrheit der Wohnungseigentümer ermächtigt ist.

Hausverwalter und die Beauftragung eines Anwalts


Der Hausverwalter darf mit einem Rechtsanwalt wegen eines Rechtsstreits gemäß § 43 Nr. 1, Nr. 4 oder Nr. 5 vereinbaren, dass sich die Gebühren nach einem höheren als dem gesetzlichen Streitwert, höchstens nach einem gemäß § 49a Abs. 1 Satz 1 des Gerichtskostengesetzes bestimmten Streitwert bemessen.

Welche Aufgaben hat eine Hausverwaltung im Mietshaus?


Die Aufgaben einer Hausverwaltung einer Mietshausverwaltung sind nicht gesetzlich geregelt. Der Leistungsumfang wird im Hausverwaltungsvertrag zwischen Immobilieneigentümer und Hausverwaltung festgelegt. In der Regel kümmert sich die Hausverwaltung um Mietverträge, Betriebsabrechnungen, Wohnungsabnahmen oder auch Mieterhöhungen. Außerdem ist sie bei allen Wohnmängel Ansprechpartner und organisiert Handwerker und Co.

Was kostet eine Hausverwaltung?


Die Kosten für eine Hausverwaltung sind nicht gesetzlich geregelt. Sie werden zwischen dem Immobilieneigentümer und der Hausverwaltung frei vereinbart. Dabei hängt die Höhe im Wesentlichen von diesen Faktoren ab: Handelt es sich um eine Miethausverwaltung oder eine WEG-Verwaltung, wie viele Einheiten hat das Gebäude, in welchem Zustand ist die Immobilie und gibt es Problemfälle in der Eigentümergemeinschaft.

Was tun bei Problemen mit der Hausverwaltung?


Mieter haben häufig das Problem, dass eine Hausverwaltung nicht auf ihre Anzeigen von Mängeln reagiert. In diesem Fall empfiehlt es sich den Vermieter über den Mietmangel und die Untätigkeit der Hausverwaltung in Kenntnis und ihm eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung zu setzen. Reagiert auch der Vermieter nicht, kann eine Mietminderung in Betracht kommen. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Rechtstipp „Mietminderung – alles was Sie wissen müssen“.

Haben Immobilieneigentümer das Problem, dass die Hausverwaltung nichts tut, sollten sie nur im absoluten Notfall zur Selbsthilfe greifen. Beauftragen sie etwa eigenmächtig einen Handwerker, besteht die Gefahr, dass sie auf den Kosten sitzen bleiben. Ratsamer ist es die Hausverwaltung auf ihre Pflicht hinzuweisen und eine angemessene Frist zur Durchführung zu setzen. Bleibt die Fristsetzung fruchtlos, kann die Hausverwaltung von jedem Eigentümer abgemahnt werden. Im äußersten Fall kann die Eigentümergemeinschaft die Hausverwaltung abberufen und eine Kündigung aussprechen. Ist es zu Schäden aufgrund des Untätigseins der Hausverwaltung gekommen, kann ggfs. Schadensersatz von ihr gefordert werden.


erstmals veröffentlicht am 19.04.2013, letzte Aktualisierung am 21.05.2021

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