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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 30.06.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Top-Gründe für eine Mietminderung

Lärmbelästigung, Feuchtigkeit und Schimmelpilz, Wohnflächenunterschreitung – es gibt viele berechtigte Gründe für Mieter die Miete zu mindern. Lesen Sie hier die häufigsten Mietminderungsgründe und was Sie bei einer Mietminderung beachten müssen.

Mietminderungsgrund: Lärm


Ob Verkehrslärm, Kindergeschrei, oder Baulärm - Lärm kann den Wohnwert einer Mietswohnung erheblich beeinträchtigen. Und in vielen Fällen muss der Mieter diese Störung nicht hinnehmen und kann sogar die Miete mindern. Stört etwa der Baulärm des Nachbarn einen Mieter, hat er die Möglichkeit seine Miete um 10 Prozent zu mindern, sagt das Oberlandesgericht München (Aktenzeichen 3 U 3422/06). Wird aber ein Mieter schon vor dem Abschluss seines Mietvertrags auf möglichen Baulärm hingewiesen, steht ihm im nach hinein kein Mietminderungsrecht zu.

Verkehrslärm


Nimmt Verkehrslärm im Laufe der Wohnzeit zu, kann dies nur ein Grund zur Mietminderung sein, wenn beim Abschluss des Mietvertrages die damalige geringe Belastung durch Verkehrslärm als vertragsgemäßer Zustand der Mietwohnung zwischen Vermieter und Mieter vereinbart wurde. Dies entschied der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 152/12).

Kinderlärm


Bei Kinderkrach müssen Mieter in der Regel toleranter sein. An die Ruhezeiten von 22 Uhr bis 8 Uhr müssen sich aber auch Kinder halten. Geht der Krach über normalen Kinderlärm hinaus, muss dies nicht vom Nachbarmieter hingenommen werden. Nach einem Urteil des Landgericht Köln (Aktenzeichen 12 S 389/70) kann ein Mieter die Miete um 11 Prozent mindern, wenn vier Kinder in der Nachbarwohnung ständig trampeln und hüpfen.

Mietminderung: Feuchtigkeit und Schimmel


Feuchtigkeit und Schimmel in einer Mietwohnung sind immer wieder Anlass für einen Konflikt zwischen Mieter und Vermieter. Als Ursache für die Schimmelbildung unterstellt der Vermieter dem Mieter oft schlechtes oder falsches Lüften. Der Mieter verweist hingegen auf Baumängel. Ist die Schimmelbildung letztlich tatsächlich aufgrund der Bausubstanz entstanden, kann der Mieter die Miete mindern.
Wie hoch die Mietminderung ausfällt hängt von der Größe der betroffenen Wohnfläche ab. Ist eine Vermeidung von Schimmelbildung nur noch durch ständiges Lüften möglich, steht dem Mieter sogar eine Mietminderung von 100 Prozent zu, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 412 C 11503/09). Drei bis viermal am Tag zu Lüften ist einem Mieter allerdings zu zumuten, urteilte das Landgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 2-17 S 89/11).

Mietminderung: Wohnflächenabweichung


Immer wieder kommt es vor, dass die im Mietvertrag angegebene Größe der Mietwohnung nicht der tatsächlichen Quadratmeterzahl der angemieteten Wohnung entspricht. Dazu hat der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 209/10) entschieden, dass eine Wohnflächenunterschreitung von 10 Prozent zu einem Mietmangel führt und damit den Mieter berechtigt die vereinbarte Miete zu mindern.

So gehen Sie bei einem Mietmangel richtig vor


Zunächst sollten Mieter prüfen, ob es sich tatsächlich um einen Mietmangel handelt den der Vermieter zu vertreten hat. Selbstverschuldete Mietmängel berechtigen nämlich nicht zur Mietminderung. An dieser Stelle kann anwaltlicher Rat für eine Einschätzung der Rechtsposition helfen. Liegt tatsächlich ein Mietmangel vor, sollte der Mieter den Mangel dokumentieren und dem Vermieter diesen Mangel umgehend anzeigen. Unterlässt er dies, kann er ebenfalls nicht die Miete im nach hinein mindern. Am besten setzt der Mieter dem Vermieter eine angemessene Frist zu Beseitigung des Mietmangels. Wird der Vermieter innerhalb dieser Frist nicht tätig, kann der Mieter die Miete mindern und selbst Abhilfe schaffen. Die Kosten der Mangelbeseitigung kann er dem Vermieter dann in Rechnung stellen.
erstmals veröffentlicht am 17.09.2015, letzte Aktualisierung am 30.06.2016

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