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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 05.09.2017

Zoff zwischen Vermieter und Mieter: Fristlose Kündigung?

Zoff zwischen Vermieter und Mieter: Fristlose Kündigung? © Stefan Körber - Fotolia

Ob Mieterhöhung, Treppenhausnutzung, Tierhaltung oder verspätete Mietzahlungen – zwischen Vermieter und Mieter gibt es immer wieder Gründe für Konflikte, die auch schon mal eskalieren können. Doch darf ein Vermieter in diesem Fall dem Mieter einfach so eine fristlose Kündigung aussprechen?

Beleidigung – Vermieter kann fristlos kündigen!


Tituliert ein Mieter seinen Vermieter mit „Sie promovierter Arsch“, kann der Vermieter diesen fristlos kündigen. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 474 C 18543/14) im Fall eines Mieters, der seinem Vermieter den Zutritt zur Mietwohnung verweigerte, als dieser die bemängelte Wassertemperatur in seinem Badezimmer überprüfen wollte. Nach einigen Wortwechseln beleidigte der Mieter den Vermieter dann. Dieser ließ sich das nicht gefallen und kündigte dem Mieter fristlos.

Zu Recht, entschied das Amtsgericht München. Der Mieter habe die Ehre des Vermieters mit seiner Titulierung verletzt, die der Vermieter nicht hinnehmen muss. Die Beleidigung seiner Person sei eine Vertragsverletzung des Mieters, die ein Fortsetzen des Mietverhältnisses nicht mehr zumutbar erscheinen lassen.

Keine Kündigungsmöglichkeit bei Mitschuld des Vermieters!


Bei einer vereinbarten Wohnungsbesichtigung kontrollierte der Vermieter neue eingebaute Rauchmelder in der Wohnung des Mieters. Dabei betrat er gegen den Willen des Mieters auch Räume, in denen kein Rauchmelder installiert wurde. Nachdem der Mieter den Vermieter mehrfach aufgefordert hatte die Wohnung u verlassen, trug er den Vermieter kurzerhand aus der Wohnung. Der entrüstete Vermieter kündigte ihm fristlos.

Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 289/13) hielt in diesem Fall weder eine fristlose noch eine ordentliche Kündigung für angebracht. In dem der Vermieter das Hausrecht des Mieters massiv missachtete, trage er eine Mitschuld an dem Streit. Der Mieter habe aus Notwehr gehandelt. Sein Verhalten stelle keine so schwerwiegende Vertragsverletzung dar, die eine Kündigung des Mietverhältnisses rechtfertige.

Kündigung bei zerrüttetem Mietverhältnis möglich!


Nach einer Eskalation eines Konfliktes müssen die Interessen des Vermieters und des Mieters abgewogen werden. Ergibt dies, dass es eine Zumutung wäre das Mietverhältnis fortzuführen, ist eine – auch fristlose – Kündigung möglich.

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