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Kategorie: Anwalt Internetrecht , 24.01.2017 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Facebook & Co.: Virtuelle Drohungen führen zu realen Strafen!

Facebook & Co.: Virtuelle Drohungen führen zu realen Strafen! © Scanrail - Fotolia

Im sozialen Leben spielen virtuelle Netzwerke wie Facebook & Co eine immer stärkere Rolle. Doch soziale Netzwerke sind kein rechtsfreier Raum: Wer hier andere Menschen beleidigt, bedroht oder bloßstellt, hat mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.

Ein Mann fand in einem Auto einen eingesperrten bellenden Hund vor. Die Hundebesitzerin, die Inhaberin einer Hundeschule ist, hatte ihre Telefonnummer für den Notfall auf einem Zettel hinter die Windschutzscheibe gelegt. Er rief die Hundesbesitzerin und die Polizei an. Beide erschienen, die Situation hatte aber nicht die Konsequenzen, die der Mann sich vorstellte, da die Polizei den Vorfall nicht weiterverfolgte. In seinem Ärger über den eingesperrten, verlassenen Hund verfasste der Mann einen Facebook-Eintrag, in dem er die Telefonnummer und das Autokennzeichen der Hundebesitzerin als Foto veröffentlichte und dazu aufrief die Hundeschule zu meiden und seinen Beitrag zu teilen – was auch über 100.000 mal geschah. Die Hundebesitzerin wird seitdem bedroht.

Facebook-Post verstößt gegen Persönlichkeitsrecht


Die Fotos und der Post auf der Facebook-Seite des Mannes sind geeignet, die Hundebesitzerin in ihrem Persönlichkeitsrecht zu verletzen. Er stellt die Frau in einem Zusammenhang dar, der nicht objektiv bewiesen ist. Unwahre Tatsachenbehauptungen sind aber, wie auch Beleidigung, nach dem Strafgesetzbuch strafbar. Darüber hinaus können Geschädigte Schadensersatz auf zivilrechtlichem Weg vom Täter verlangen. User sollten sich in sozialen Netzwerken nach den gleichen Maßstäben wie im realen Leben verhalten. Virtuelle Beleidigungen, Bloßstellungen, Drohungen oder unwahre Tatsachenbehauptungen auf sozialen Netzwerken werden immer häufiger strafrechtlich zur Anzeige gebracht und juristisch verfolgt– da kann auch das Teilen eines Posts zu unangenehmen juristischen Folgen führen.

erstmals veröffentlicht am 21.04.2016, letzte Aktualisierung am 24.01.2017

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