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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 22.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Stalking- eine Straftat!

Stalking-Opfer werden verfolgt, bedroht und im äußersten Fall sogar verletzt und getötet. Seit dem Jahr 2007 ist Stalking in Deutschland als eigener Straftatbestand der "Nachstellung" strafbar - eine Übersicht.


Was ist Stalking?


Unter Stalking versteht das Strafgesetzbuch das unbefugt Nachstellen eines Menschens, indem der Stalker beharrlich dessen räumliche Nähe aufsucht, oder unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu ihm herzustellen versucht oder unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen oder ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahe stehenden Person bedroht oder eine andere vergleichbare Handlung vornimmt und dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt.

Wer ist ein potentieller Stalker?


Zum Stalker kann jeder werden: Der Ex-Ehemann, der Briefbote oder der Kollege. Stalker fühlen sich von ihrem Opfer oft zurückgewiesen und haben nur ein Ziel: Macht über das Leben des Opfers zu erlangen.

Was können Stalking-Opfer tun?


Stalking-Opfer sollten frühzeitig die Polizei einschalten. Diese rät Stalking-Opfern dem Stalker eindeutig darzulegen, dass kein Kontakt gewünscht ist. Bei Stalking-Attacken, wie Bedrohungen oder Telefonterror, sollte die Polizei sofort verständigt werden und die Tat sollte zur Anzeige gebracht werden. Dies kann schon abschreckende Wirkung haben.

Weiterhin wird Stalking-Opfern empfohlen ein Tagebuch über die Stalking-Attacken zu führen. Diese Dokumentation dient vor Gericht zu Beweiszwecken.

Stalking ist ein Antragsdelikt- Anzeige reicht nicht!

Wichtig für Stalking-Opfer zu wissen ist, die Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft findet beim Stalking in der Regel nur auf Antrag des Opfers statt, es sei denn, die Staatsanwaltschaft nimmt ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung an. Eine Anzeige bei der Polizei löst also in der Regel keine Strafverfolgung aus. Der Antrag muss bei der zuständigen Behörde gestellt werden. Hier empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Rechtsanwalt einzuholen!

Diese Strafen drohen Stalker

Einem Stalker droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Bringt er das Stalking-Opfer in Todesgefahr oder der Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung, muss er mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren rechnen.

Die Justiz hat auch die Möglichkeit Stalkern zur Deeskalation in Untersuchungshaft zu nehmen. Nachdem Gewaltenschutzgesetz hat ein Stalking-Opfer die Möglichkeit beim zuständigen Amtsgericht eine einstweilige Verfügung gegen den Stalker zu erwirken.



erstmals veröffentlicht am 10.03.2014, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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