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Berufskrankheit oder nicht? Wichtiges zum Thema Diagnose und Anerkennung

Viele Berufe machen im übertragenen Sinne krank. Systemadministratoren oder Kassierer bekommen aufgrund der sitzenden Tätigkeit Rückenschmerzen, Börsenmakler leiden aufgrund von Stress und Hektik an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vielen Managern wird Burnout diagnostiziert. Solche Krankheiten sind zwar ziemlich sicher durch den Beruf verursacht, sind aber keine ausgemachten Berufskrankheiten.

Definition von Berufskrankheit

Um offiziell als Berufskrankheit zu gelten, muss eine Krankheitsdiagnose vorliegen, die ausschließlich auf eine Berufsausübung zurückzuführen ist. Zudem muss eine Berufskrankheit offiziell als solche anerkannt sein. Die so genannte Liste der Berufskrankheiten ist eine abschließende Liste. Steht ein Krankheitsbild nicht auf dieser Liste, gilt es normalerweise nicht als Berufskrankheit. In Ausnahmefällen ist eine Anerkennung mit der Begründung "wie eine Berufskrankheit" möglich. Alle Berufskrankheiten werden vom Gesetzgeber festgelegt. Soll eine neue Berufskrankheit aufgenommen werden, wird geprüft, wie groß das gesundheitliche Risiko für eine bestimmte Berufsgruppe ist. Das gesundheitliche Risiko muss signifikant größer sein als das der Allgemeinbevölkerung.

Welche Krankheitsbilder anerkannt sind

Die meisten Berufskrankheiten stehen im Zusammenhang mit dem herstellenden Gewerbe, beispielsweise Schwerhörigkeit wegen Lärm, Erkrankungen der Atemwege wegen Staub oder Giftstoffen wie Asbest oder Allergien durch Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen. Körperliche Schäden der Nerven oder Gelenken (z.B. Meniskusschaden) wegen jahrelanger schwerer körperliche Arbeit sind ebenfalls auf der Liste anerkannter Berufskrankheiten aufgeführt. Obwohl immer wieder gefordert, sind psychische Krankheitsbilder nicht Bestandteil dieser Liste und werden demnach auch grundsätzlich nicht anerkannt.

Berufskrankheit und Arbeitsunfall

Sind Sie am Arbeitsplatz krank geworden, muss die Frage beantwortet werden, ob diese Krankheit plötzlich oder schleichend entstanden ist. Im ersten Fall kann es sich um einen Arbeitsunfall handeln. Beispielsweise haben Sie sich an einer Kreissäge verletzt. Ist dieser Unfall während der Arbeitszeit passiert und haben Sie alle Sicherheitsvorschriften eingehalten, haben Sie Aussichten, dass dieser Unfall als Arbeitsunfall anerkannt wird und Sie entsprechende Zahlungen erhalten. Eine Berufskrankheit ist eine Krankheit, die sich schleichend - meist über Jahre - entwickelt. Es kommt gar nicht selten vor, dass die Krankheit erst nach Beendigung des Jobs diagnostiziert wird, durch den sie verursacht wurde. Neben dem Umstand, dass die Krankheit auf der Liste stehen muss, müssen Sie also nachweisen, dass die Krankheit ursächlich durch Ihren Beruf entstanden ist. Das ist mitunter schwierig. Nehmen wir an, Sie sich nebenbei bei der freiwilligen Feuerwehr tätig. Dann kann es schwierig sein, eine Atemwegserkrankheit auf Ihren (Haupt-)Job als Schreiner zurückzuführen. Die Gegenseite wird zumindest viele Einwände dafür finden. Die Gegenseite ist übrigens die Berufsgenossenschaft als Teil der gesetzlichen Unfallversicherung, der Sie Ihre Krankheit melden und die für die Anerkennung und letztlich für Schadensersatz, Schmerzensgeld, für die Erstattung von Heilkosten, Pflegekosten oder Rehamaßnahmen zuständig ist. Grundsätzlich ist auch die Zahlung einer Rente möglich, entweder an den Betroffenen oder an die Hinterbliebenen. Solche Leistungen sind Leistungen aus der Sozialkasse. Sie sind nicht zu verwechseln mit Leistungen, die Ihnen möglicherweise aus einer privaten Versicherung zustehen, dann nämlich, wenn Sie etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben.

Anwälte für Sozialrecht

Die gesetzlichen Versicherungsträger sitzen meist am längeren Hebel, sie sind Experten in Sachen Diagnose und Fristen. Halten Sie mit einem versierten Anwalt für Sozialrecht dagegen, um auch tatsächlich die Leistungen zu erhalten, die Ihnen zustehen.

Letzte Aktualisierung am 2016-12-06

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