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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 22.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Was Sie zum Thema Fahrerflucht wissen sollten!

Was Sie zum Thema Fahrerflucht wissen sollten! © Tom Wang - Fotolia

Wer mit seinem Fahrzeug einen Unfall verursacht und einfach weiterfährt, begeht Fahrerflucht - und die kann Autofahrer teuer zu stehen kommen.

Welche Strafen drohen einem Autofahrer bei Fahrerflucht?


Bei der Fahrerflucht handelt es sich um eine Straftat, die nach dem Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet wird. Für Fahrerflucht gibt es auch Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg. Wie hoch die Strafe für den Autofahrer ausfällt hängt in der Regel von der Schwere des verursachten Schadens ab.

Wann liegt eine Fahrerflucht vor?


Nach dem Strafgesetzbuch liegt eine Fahrerflucht bei vor, wenn sich ein Unfallbeteiligter vom Unfallort entfernt ohne seine Personalien gegenüber dem anderen Unfallbeteiligten oder der Polizei angegeben zu haben und ohne eine angemessene Zeit auf die Polizei oder den anderen Unfallbeteiligten gewartet zu haben.
Dabei muss es nicht immer ein anderes Fahrzeug sein, das beschädigt wird. Ein Autofahrer, der eine Leitplanke beschädigt und einfach weiterfährt, begeht auch Unfallflucht. Dies entschied das Oberlandesgericht Brandenburg (Aktenzeichen 12 U 205/06).

Keine Unfallflucht liegt nach Auffassung des Landgerichts Düsseldorf (Aktenzeichen 29 Ns 3/11) vor, wenn ein Einkaufswagen auf einem Parkplatz von alleine auf ein anderes Auto zu rollt und dieses beschädigt. Hier fehle es laut Gericht an dem straßenverkehrsspezifischen Gefahrzusammenhang.

Autofahrer verliert bei Fahrerflucht den Versicherungsschutz!


Autofahrer, die eine Fahrerflucht begehen, machen sich aber nicht nur strafbar, sie verlieren ihren Versicherungsschutz. Das gilt auch, wenn sich ein Autofahrer trotz spürbaren Anstoßens eines fremden Fahrzeugs nicht vergewissert, ob es zu einem Schaden gekommen ist. Dies Verhalten sei grob fahrlässig und führe zum Verlust des Versicherungsschutzes, entschied das Amtsgericht Mühlheim (Aktenzeichen 27 C 1727/10).
Auch ein Autofahrer, der in einem Einkaufszentrum eine Blechbrüstung beschädigte und einfach wegfuhr, verlor nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München (Aktenzeichen Aktenzeichen 343 C 9528/14) seinen Versicherungsschutz. In diesem Fall stand zudem im Raum, dass der Autofahrer im alkoholisierten Zustand diesen Unfall verursacht hatte und deshalb Fahrerflucht begangen hat. Dies konnte ihm aber nicht mehr nachgewiesen werden, da er erst einen Tag nach seiner Unfallflucht bei der Polizei vorstellig wurde. Ein Alkoholtest machte dann keinen Sinn mehr. Hätte man ihm die Alkoholisierung nachweisen können, dann hätte die Versicherung einen Regressanspruch hinsichtlich des Schadens gegen den Autofahrer gehabt.
Verlässt ein Autofahrer den Unfallort bevor die Polizei eingetroffen ist, verliert er ebenfalls seinen Versicherungsschutz.




erstmals veröffentlicht am 24.06.2015, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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