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Rechtliches zur Geldwäsche

Letzte Aktualisierung am 26.01.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Geldwäsche – schmutziges Geld wird sauber gewaschen

Geldwäsche klingt nach Zwielicht und Rotlicht, nach Drogen und Kriminalität. Manchmal klingt es auch nach Fernsehkrimi; tatsächlich weiß aber kaum jemand genau, was darunter zu verstehen ist. Geldwäsche ist juristische betrachtet eine Straftat . Geld aus illegalen Quellen wird "gewaschen" und zwar dergestalt, dass es (möglichst) unter Verschleierung seiner illegalen Herkunft in legale Wirtschaftskreisläufe eingespeist wird. Damit ist es "sauber" - es kann wie legales Geld oder normale Werte verwendet werden.

Auch Privatleute können leicht zu Geldwäschern werden

Nicht nur Dunkelmänner und Sonnenbrillenträger waschen Geld. Zwar ist die Geldwäsche ein Hobby der organisierten Kriminalität, ohne das die unerhörten weltweiten Geldflüsse bei Drogen, Menschenhandel, Prostitution und anderen Spezialgebieten der dunklen Seite der Macht schlicht nicht möglich wären. Andererseits braucht es nicht viel, damit auch unbescholtene Privatmenschen zu Geldwäschern werden. Da genügt schon ein bisschen Naivität. Fakt ist, dass die strafbare Geldwäsche inzwischen im Volk angekommen ist. Privatleute waschen Geld (manchmal ohne es zu wissen), indem sie windige Jobs aus dem Internet annehmen. Beliebter Trick, auf den viele hereinfallen: Konto auf den eigenen Namen eröffnen, Geld, das dort aus unbekannter Quelle eingeht, an eine vorgegebene Destination weiterleiten. Wer das dummerweise tut und obendrein Geld für diese harmlos anmutende Dienstleistung kassiert, kann sich bereits böse strafbar machen. Hier ist äußerste Vorsicht geboten: Rausreden wird schwer.

Geldwäsche betrifft auch andere Werte

Der Straftatbestand der Geldwäsche bezieht sich nicht nur auf Geld sondern auch auf andere Werte. Betroffen sein kann jeder Vermögenswert. Die Variante des obigen Geldwäsche-Beispiels (so tatsächlich geschehen): Pakete geschickt bekommen, deren Inhalt kontrollieren, sie umpacken und an eine andere Adresse, z.B. im Ausland, weiterschicken. Wer wollte ahnen, dass es sich bei den Inhalten der Pakete um teure, betrügerisch erworbene Waren handelte, die unter eigener Mithilfe "gewaschen" wurden? Hier ist dann doch etwas Verstandesschärfe hilfreich. Das Argument der Ahnungslosigkeit wird ein Gericht kaum gelten lassen, denn bereits das Verbergen von Geld (oder Werten) aus rechtswidrigen Taten kann strafbar sein, ebenso das Verschleiern seiner / ihrer Herkunft. Man muss nicht einmal Kenntnis der illegalen Herkunft der Werte haben, bei deren Wäsche man hilft. Schon wer "leichtfertig" verkennt, dass ein Wert, den er entgegen nimmt oder mit dem er bezahlt wird, aus einer rechtswidrigen Tat stammt, macht sich strafbar. Vorsicht geboten ist auch bei der Bezahlung für geleistete Arbeit: Wer eine Dienstleistung für einen Dritten erbringt und sich dafür von ihm angemessen bezahlen lässt, sollte sicher sein, dass das Geld "sauber" ist.

Anzeige schon bei Verdacht

Die erfolgreiche Bekämpfung der Geldwäsche gilt als eine der effektivsten Methoden, dem organisierten Verbrechen die Arbeitsgrundlage zu entziehen. Nicht nur aus diesem Grund kennt das Gesetz kennt wenig Humor in Bezug auf Geldwäsche-Vergehen. Wer von Berufs wegen mit Geld und Finanz-Transaktionen zu tun hat, ist verpflichtet, bei jedem aufkeimenden Verdacht bereits Anzeige zu erstatten - gegen den eigenen Kunden ("Verdachtsanzeige"). Ebenso sind Banken und Finanzdienstleister verpflichtet, Konten ihrer Kunden auf Geldwäsche-Verdachtsmomente hin zu überprüfen. Diese oder ähnliche Vorschriften gelten nicht nur in Deutschland sondern inzwischen EU-weit.

Am besten zum Anwalt

Sollten Sie wegen eines Geldwäsche-Vergehens in die Mühlen der Justiz geraten sein, vertrauen Sie am besten einem erfahrenen Anwalt für Bankrecht/Kapitalmarktrecht oder Strafrecht. Er wird Sie kompetent beraten und gegebenenfalls vor Gericht vertreten.


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