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Rechtsinfos zum Haftbefehl

Letzte Aktualisierung am 2016-10-24 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Hier erhalten Sie Informationen zum Thema Haftbefehl. Kontaktieren Sie kostenlos einen Anwalt für Strafrecht, um Ihren Fall schnell und detailliert zu besprechen.

Haftbefehl: Die Voraussetzungen

Es gibt von Gesetzes wegen zwei Voraussetzungen für einen Haftbefehl: der dringende Tatverdacht, eine Straftat begangen zu haben und einen gesetzlich definierten Haftgrund. Der häufigste Haftgrund, der zum Haftbefehl führt, ist die Fluchtgefahr. Die Begründung Fluchtgefahr wird von Staatsanwälten und Haftrichtern überaus häufig benutzt. Die Argumentation lautet in etwa: Wem eine lange Freiheitsstrafe droht, hat genug Grund zu fliehen – sollte es zu einer Verurteilung kommen. Genau hier greift ein guter Anwalt ins Geschehen ein: Ein Haftbefehl auf Grundlage der Fluchtgefahr kann aufgehoben werden, wenn nachgewiesenermaßen ein verlässliches soziales, berufliches oder persönliches Umfeld besteht. Der Rechtsanwalt prüft zunächst selbst, und kommt er zu einem positiven Schluss, beantragt er Haftprüfung. Aber nochmals von vorne:

Der Haftbefehl

Im Haftbefehl wird neben Angaben zur Person detailliert ausgeführt, welcher Tat man verdächtigt wird, der Haftgrund (oder mehrere Haftgründe) angegeben sowie alle Tatsachen beschrieben, die zum Tatverdacht und zum Haftgrund geführt haben. Sollten hier Angaben fehlen oder falsch sein, ist es Sache eines Anwalts diese Umstände sofort zu Ihren Gunsten zu nutzen.

Weitere Haftgründe

Das Thema Fluchtgefahr als eines der Haftgründe hatten wir bereits angesprochen. Weitere Haftgründe sind Tatverdacht, ein Kapitaldelikt – also Mord oder Totschlag – begangen zu haben, die Wiederholungsgefahr sowie die Verdunkelungsgefahr. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Beweismittel vermittelt oder auf Zeugen oder Mittäter Einfluss genommen wird, was das Aufdecken der Tat schwierig oder gar unmöglich macht.

Haftbefehl erhalten? Beeilen Sie sich

Wer für sich oder sein nahes Umfeld einen Haftbefehl erhalten hat, muss schnell handeln. Als erstes ist es sinnvoll, sich anwaltlichen Beistand zu holen. Denn: Angaben, die ein von einer Inhaftierung bedrohter Beschuldigter jetzt gegenüber Polizei oder Staatsanwaltschaft tätigt, führen regelmäßig zu einem späteren Strafverfahren. Bis dahin sollte möglichst nicht auf Fragen geantwortet werden. Haben Sie bereits jetzt einen Anwalt kann dieser an der Vorführung vor dem Haftrichter teilnehmen und auf die Aufhebung des Haftbefehls einwirken, etwa mit einer Meldeauflage oder eine Kaution.

Wichtig: Wer kann einen Anwalt beauftragen?

Angehörige können relativ einfach einen Rechtsanwalt auswählen und diesen mit der Verteidigung beauftragen, nicht aber der Verdächtige selbst. Anders als in Filmen dargestellt, hat dieser nach der Ausstellung eines Haftbefehls in der Regel keine Möglichkeit, einen Anwalt anzurufen oder im Internet zu recherchieren. Als Angehörige sollten Sie versuchen, einen Anwalt zu finden, der sich in der Nähe von Gefängnis bzw. Gericht befindet, da ansonsten höhere Fahrtkosten anfallen können. Oberstes Gebot ist jedoch: Handeln Sie schnell. Ansonsten wird der Richter dem Strafverdächtigen einen Verteidiger zuteilen.

Was passiert nach der Inhaftierung?

Ein Tatverdächtiger wird, nachdem er inhaftiert worden ist, zügig dem Haftrichter vorgeführt. Von diesem wird er zur Sache verhört. Diese Befragung ist sehr wichtig, vor allem für die Staatsanwaltschaft. Angaben, wenn sie überhaupt gemacht werden möchten, sollten unbedingt mit einem Anwalt abgesprochen sein. Zudem hat nur ein Rechtsanwalt Akteneinsicht. Im Anschluss entscheidet der Haftrichter, ob der Haftbefehl bestehen bleibt, aufgehoben oder außer Vollzug gesetzt wird. Wird der Haftbefehl aufrechterhalten, kommt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Besprechen Sie Ihren Fall schnell mit einem Anwalt

Sie sehen: Sobald Sie oder Ihre Angehörigen mit einem Haftbefehl konfrontiert sind, sollten Sie einen Anwalt für Strafrecht in Ihrer Nähe kontaktieren. Gleich hier finden Sie Anwälte für Strafrecht.

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