Logo anwaltssuche.de

Anwalt Arbeitsplatz Internet privat

Anwalt Arbeitsplatz Internet privat
Hinweis: Wir haben Ihre Suche nach Arbeitsplatz Internet privat der Kategorie Anwalt Arbeitsrecht zugeordnet.

Privates Surfen am Arbeitsplatz aus rechtlicher Sicht

Klares Verbot heißt auch verboten

Ist den Mitarbeitern über den Arbeitsvertrag oder mit Hilfe einer Betriebsvereinbarung privates Surfen, Mailen, Telefonieren ausdrücklich verboten, müssen sich alle Arbeitnehmer daran halten. Es sind dann lediglich private Aktionen erlaubt, die in direktem Zusammenhang mit der Arbeit stehen. Beispiels-Mail: "Heute muss ich länger arbeiten, ca. 20 Uhr, warte nicht mit dem Essen auf mich." Oder ein Telefonat: "Ich muss meinen Zahnarzttermin leider absagen, da ich noch kurzfristig einen Außendiensttermin wahrnehmen muss."

Bei Verbot drohen Abmahnung und Kündigung

Surft ein Mitarbeiter trotz des Verbots nachweislich zu ausschließlich privaten Zwecken, droht die Kündigung, der in der Regel eine Abmahnung vorausgeht. Die rechtlichen Möglichkeiten für erwischte Arbeitnehmer beschränken sich in diesen Fällen meist darauf, die entsprechenden Schreiben auf Formfehler zu prüfen.

Meist geduldet

In den meisten Fällen sind private Tätigkeiten während der Arbeitszeit nicht verboten und auch nicht explizit erlaubt, sondern vielmehr geduldet. Das bedeutet: Der Arbeitgeber weiß um das private Surfen, schreitet aber nicht dagegen ein. Von Duldung kann dann ausgegangen werden, wenn der Chef schon einmal mitbekommen hat, dass seine Mitarbeiter einen privaten Clip angeschaut haben (den er vielleicht sogar mitgeschaut hat). In so einem Fall kann der Arbeitgeber nicht einfach seine Meinung ändern und eine fristgerechte oder gar fristlose Kündigung aussprechen.

Der Faktor Zeit

Aber: Ein Arbeitnehmer wird für seine vertraglichen Leistungen bezahlt und nicht fürs private Surfen. Nimmt das private Surfen einen "ausufernden" Zustand an, darf der Arbeitgeber natürlich dagegen vorgehen; in den meisten Fällen sicherheitshalber erst einmal mit einer Abmahnung. Allerdings gibt es auch arbeitsrechtliche Urteile, bei denen Richter tatsächlich auch eine sofortige fristlose Kündigung bestätigt haben. Also Vorsicht!

Wie kommen Arbeitgeber an die Beweise?

Um nachweisen zu können, ob ein Arbeitnehmer tatsächlich (zu viel) privat surft, muss der Arbeitgeber an den PC des Mitarbeiters. Das ist rechtlich eher heikel. Lediglich in den Fällen, in denen das private Surfen strikt untersagt ist (beispielsweise auch um schädliche Viren abzuhalten), dürfen meistens Seitenverlauf bzw. besuchte Seiten geprüft werden. Wer als Chef das private Surfen geduldet hat, jetzt aber bemerkt, dass Arbeitskraft und Motivation seiner Mitarbeiter massiv leiden, der sollte besser zunächst ein Verbot aufstellen (und alle Mitarbeiter unterschreiben lassen) und rechtliche Konsequenzen erst androhen, bevor er diese in die Tat umsetzt.

Stichwort: Index-Seiten

Internetseiten, die - aus welchen Gründen auch immer - verboten sind, also auf dem Index stehen, dürfen selbstredend weder zu Hause noch am Arbeitsplatz besucht werden. Wer gegen dieses Verbot verstößt, muss beruflich auf jedem Fall mit einer fristlosen Kündigung und privat mit erheblichen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Bei allen Fragen zum Thema privates Surfen am Arbeitsplatz wenden Sie sich am besten an einen ausgewiesenen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht.

Letzte Aktualisierung am 2016-03-24

Das könnte Sie auch interessieren
Die Möglichkeit der Kündigung gibt es in vielen Rechtsgebieten, allen voran im Arbeitsrecht und im Mietrecht. Auch im Zivilrecht kommen Kündigungen vor. Die Frage lautet jedoch immer gleich: Ist die Kündigung wirksam? (vom 26.01.2017) mehr...
Eine Abmahnung wird in der Regel dazu benutzt, einen bestehenden Vertrag aufzulösen bzw. zu kündigen. Einen Sonderfall gibt es im Internet bei den Massenabmahnungen wegen Filesharing - Sollten Sie nun bezahlen oder nicht? (vom 16.02.2017) mehr...
Keine Frage: Eine Krankheit bedeutet meist Schmerzen, Schwierigkeiten oder Bangen um die Gesundheit - oder alles zusammen. Und wenn man nicht arbeiten kann, darf man auch zu Hause bleiben - wenn man tatsächlich arbeitsunfähig ist. (vom 24.05.2017) mehr...
Niemand kann einem Arbeitgeber vorschreiben, mit wie vielen Mitarbeitern er Geschäfte macht. Obwohl er generell Arbeitsplätze einsparen darf, scheitern viele Chefs daran, betriebsbedingte Kündigungen rechtlich einwandfrei durchzusetzen. (vom 12.04.2016) mehr...
Wenn Ausländer "geduldet" werden, befinden sie sich rechtlich in einem Zwischenstadium zwischen legalem und illegalem Aufenthalt. Sie werden (noch) nicht abgeschoben, haben aber auch keine Aufenthaltserlaubnis. Die Abschiebung wird nur vorübergehend ausgesetzt. (vom 06.10.2016) mehr...
Was bedeutet Abschiebung? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und welchen Unterschied gibt es zur Ausweisung? Hier erfahren Sie mehr. (vom 14.11.2016) mehr...
Der Aufenthalt von Nicht-EU-Bürgern in Deutschland regelte früher das Ausländerrecht und als Basis dafür das Ausländergesetz. Mittlerweile ist der Bereich in Aufenthaltsrecht umgetauft worden. Grundlage bildet seit jüngerer Zeit das Aufenthaltsgesetz. (vom 14.11.2016) mehr...
Das Bleiberecht gilt für geduldete Ausländer, die bereits seit einer längeren Zeit in Deutschland leben. Die Erteilung des Bleiberechts ist an weitere Bedingungen geknüpft. Werden alle Bedingungen erfüllt, kann die Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis erteilen. (vom 13.12.2016) mehr...
Einen Arbeitsvertrag zu kündigen, ist nicht einfach. Die Abmahnung ist ein Mittel des Arbeitgebers, eine Kündigung vorzubereiten; mindestens aber den Arbeitnehmer zu rügen. Was viele nicht wissen: Auch der Arbeitnehmer kann seinen Chef abmahnen. (vom 23.03.2016) mehr...
Bei Cold Calls erhalten Sie auf Ihrem Privattelefon unangekündigte Werbeanrufe. Auch wenn die Anzahl solcher Anrufe gefühlt gesunken ist, sollten und können Sie sich gegen solche Anrufe zur Wehr setzen. Denn: Verträge per Cold Call sind grundsätzlich wirksam. (vom 26.10.2015) mehr...
Expertentipps zu Arbeitsplatz Internet privat
Kündigung des Arbeitsvertrags wegen Einträgen auf Facebook, WhatsApp & Co © mko - topopt
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 06.12.2017 (752 mal gelesen)

Arbeitnehmer sollten im Umgang mit Social Media Plattformen wie Facebook, WhatsApp & Co aufpassen. Immer wieder erfahren Arbeitgeber von unangemessenen Einträgen, was in einigen Fällen zu fristlosen Kündigungen des Arbeitsverhältnisses führte.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.068181818181818 / 5 (44 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht 29.02.2012 (699 mal gelesen)

Bundesgerichtshof senkt Voraussetzungen eines Klageantrags auf Duldung der Modernisierung.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (41 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 16.11.2012 (455 mal gelesen)

Privates Surfen im Internet während der Arbeitszeit ärgert den Chef und ist für manchen Arbeitgeber ein Grund zur Abmahnung, oder sogar zur fristlosen Kündigung. In welchen Fällen die private Internetnutzung am Arbeitsplatz erlaubt ist und in welchem Ausmaß, zeigen einige Urteile, die wir Ihnen in unserem Tipp zum Arbeitsrecht zusammengestellt haben.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.103448275862069 / 5 (29 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 09.01.2012 (543 mal gelesen)

Geräte zur Warnung vor Radarfallen sind in Deutschland verboten. Dieses Verbot gilt aber nicht nur für klassische Warngeräte, sondern auch für Navigationsgeräte oder Mobiltelefone, die vor Blitzern warnen. Sind solche Geräte mit Ankündigungsfunktionen, sogenannten POI-Warnern, ausgestattet, dürfen diese im Fahrzeug nicht benutzt werden.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.033333333333333 / 5 (30 Bewertungen)
Keine Beschneidung an Karfreitag! © kocordia - fotolia.com
Kategorie: Anwalt Reiserecht 01.03.2017 (564 mal gelesen)

Beschneidungsfeiern nach islamischen Ritus bleiben an Karfreitag verboten. Dies hat eine aktuelle Gerichtsentscheidung des Oberverwaltungsgerichts Köln klar gestellt.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.03125 / 5 (32 Bewertungen)
Weitere Expertentipps für Arbeit & Beruf