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Rechtliches zur Ausbildung

Ausbildung - jeder fängt klein an

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, beobachtet regelmäßig im Sommer nach Schuljahresende das gleiche öffentliche Phänomen: Junge Leute bemühen sich heftig, etwas richtig zu machen - Geld korrekt herauszugeben, Käse abzuwiegen, eine Ware einzuwickeln. Sie haben gerade eine Ausbildung begonnen; damit beginnt für sie auch ein neuer Lebensabschnitt. Die Berufsausbildung junger Menschen in Deutschland unterliegt Gesetzen und Regeln. Die sollen einerseits die Qualität der Ausbildung sicherstellen, andererseits einen Rahmen bieten, innerhalb dessen die Rechte junger Menschen gewahrt bleiben. Wichtig - denn viele Azubis und Azubinen sind noch minderjährig, wenn sie ihren ersten Arbeitstag antreten.

Ausbildung und Arbeitszeiten

Eine Ausbildung dürfen Jugendliche nur dann beginnen, wenn sie nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegen. Ein Jugendlicher muss die Schulbank einer allgemeinbildenden Schule also mindestens neun Jahre gedrückt haben (je nach Bundesland auch 10 Jahre), bevor er in die Berufsausbildung startet. Minderjährige unter 18 Jahren genießen besonderen Schutz. Sie:
  • dürfen ihre Ausbildung nur in einem der ca. 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe machen
  • müssen besondere Pausen- Arbeits- und Urlaubszeiten einhalten (max. 40 Std. wöchentlich und 8 Std. täglich)
  • dürfen nur eingeschränkt zur Schichtarbeit und nicht zu Nachtschichten eingeteilt werden
  • dürfen nicht zu Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit herangezogen werden, usw.

Regelungen im Ausbildungsvertrag

Ausbildung geht nur mit Vertrag - dem Berufsausbildungsvertrag zwischen dem ausbildenden Unternehmen und dem Azubi. Minderjährige Azubis brauchen nicht nur die Zustimmung ihrer Eltern / gesetzlichen Vertreter; sie müssen sich vor Ausbildungsbeginn auch ärztlich untersuchen lassen und das per Bescheinigung nachweisen. Der Ausbildungsvertrag regelt Details der Ausbildung wie Beginn und Dauer, besondere Ausbildungsmaßnahmen, Höhe der Vergütung, Probezeitregelungen (ein bis vier Monate), Kündigungsregelungen, Urlaub usw. Die Dauer der täglichen Ausbildungs- bzw. richtet sich nach den gesetzlichen Arbeitszeitreglungen, bzw. für Minderjährige nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Für die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe gibt es zudem Ausbildungsordnungen; sie legen Inhalte, Dauer, Rahmenpläne und Prüfungsfragen für die Ausbildung fest.

Duales System und Ausbildereignung

In Deutschland erfolgt die Berufsausbildung in der Regel nach dem dualen System, in einer auf die Berufsgruppe zugeschnittenen schulischen Ausbildung und in einer parallelen betrieblichen Ausbildung (Theorie und Praxis). Die Dauer einer solchen dualen Ausbildung beträgt meist 3 Jahre und beinhaltet mehrere Prüfungen, die der Azubi ablegen muss. Ein Unternehmen, das nach dem dualen System ausbilden möchte, muss einen "Ausbilder" besitzen, eine Person, die ihre Ausbildungsbefähigung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung nachweisen kann. Diese Regelung gilt allerdings nicht für alle Ausbildungsberufe.

Kündigungsregelungen im Ausbildungsvertrag

Wenn Azubi und Ausbildende nicht die gleichen Interessen verfolgen, kann der Ausbildungsvertrag gekündigt werden. Für die Kündigung während und nach der Probezeit gelten unterschiedliche Regelungen:
  • Während der Dauer der Probezeit können beide Seiten den Ausbildungsvertrag ohne Einhalten einer Kündigungsfrist kündigen, also praktisch täglich. Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen. Ein Kündigungsgrund muss nicht angegeben werden.
  • Nach der Probezeit können beide Seiten den Ausbildungsvertrag nur noch aus "wichtigem Grund" kündigen. Wichtige Gründe können verschiedener Natur sein – zum Beispiel Nichtzahlung der Ausbildungsvergütung oder unsachgemäße Ausbildung auf der Ausbilderseite bzw. häufiges Zuspätkommen oder Verstöße gegen die betriebliche Ordnung auf der Seite des Azubis.
Die Kündigung durch den Ausbildungsbetrieb kann auch gerichtlich überprüft werden; den Antrag dazu muss der Auszubildende stellen.

Nicht jede Ausbildung läuft wie gewünscht

Die meisten Ausbildungen gehen glatt und in gutem Einvernehmen über die Bühne. Auszubildende nutzen ihre Chance, sich ein interessantes Berufsfeld zu erarbeiten, Unternehmen können sich einen wertvollen Mitarbeiter und künftigen Spezialisten ausbilden, der gerne im Betrieb bleiben möchte. Zahlreiche Arbeitsplatz-Probleme, die während der Ausbildung entstehen, spielen sich im zwischenmenschlichen Bereich ab. Wenn Sie auf dem Güteweg oder durch Ansprechen der Probleme bei der Arbeitnehmervertretung nicht weiter kommen, wenden Sie sich an einen erfahrenen Anwalt für Arbeitsrecht. Einen guten Anwalt in Ihrer Nähe finden Sie gleich hier.

Letzte Aktualisierung am 2016-08-11

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