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Kurzarbeit: Vorbote oder Vermeider der Firmenpleite?

Bei der Kurzarbeit muss zwischen der konjunkturellen Kurzarbeit und der Saison-Kurzarbeit unterschieden werden. Saisonal bedingt ist eine Kurzarbeit in Betrieben, in denen aufgrund der Schlechtwetterzeit im Winter nicht oder weniger gearbeitet werden kann und somit wichtige Umsätze zur Deckung der Personalkosten ausbleiben. Von konjunktureller Kurzarbeit spricht man dann, wenn es einen finanziellen Engpass aufgrund einer schlechten Wirtschaftslage gibt. In beiden Fällen ist der Ausgleich einer Lohnkürzung ganz oder teilweise durch die Arbeitsagentur möglich.

Die konjunkturelle Kurzarbeit

Als wichtigste Voraussetzung konjunktureller Kurzarbeit gilt die Tatsache, dass gewichtige wirtschaftliche Gründe vorliegen müssen. Die Kurzarbeit muss desweiteren nicht vermeidbar und die Dauer der Kurzarbeit darf nur vorübergehend sein. Zudem gibt es Vorschriften, wie viele und welche Beschäftigte auf wie viel Lohn verzichten müssen, damit es sich tatsächlich um Kurzarbeit handelt.

Konjunkturelle Kurzarbeit nur mit Zustimmung

Die Einführung konjunktureller Kurzarbeit ist zustimmungspflichtig: entweder müssen die Mitarbeiter oder, wenn es ihn gibt, der Betriebsrat zustimmen. Arbeitnehmer, die sich gegen die Kurzarbeit aussprechen, müssen zu den alten Bedingungen weiterbeschäftigt werden. Der Arbeitgeber hat dann die Möglichkeit, eine "außerordentliche Änderungskündigung" auszusprechen. Wichtig für den Arbeitnehmer: Er muss als Erstes der Einführung von Kurzarbeit ausdrücklich und eindeutig widersprechen. Sonst schränkt er seine rechtlichen Möglichkeiten enorm ein. Tut er dies, gilt sein Arbeitsverhältnis bzw. der zugrundliegende Arbeitsvertrag zunächst unverändert weiter.

Vorteile konjunktureller Kurzarbeit

Der Arbeitgeber setzt Kurzarbeit ein, um in wirtschaftlichen Krisenzeiten finanziell aufatmen zu können und der Kündigung vieler Mitarbeiter vorzubeugen. Der Arbeitnehmer arbeitet zwar in der Regel weniger bis gar nicht und erhält entsprechend weniger Gehalt, hat aber noch eine Anstellung. Wenn zwischen Führungsetage und Belegschaft ein offenes Verhältnis herrscht und es gelingt, die Arbeitsmotivation hoch zu halten, kann Kurzarbeit durchaus die Rettung von Firma und Arbeitsplätzen bedeuten. Da der Ausgang durch eine unsichere Wirtschaftslage meist offen ist, können sich laufend neue Situationen ergeben, die juristisch neu bewertet werden müssen. Deshalb sollten Sie Ihren Fall frühzeitig in die Hände eines Rechtsanwalts für Arbeitsrecht legen.

Saison-Kurzarbeit

In manchen Betrieben kann über die Wintermonate grundsätzlich wenig oder gar nicht gearbeitet werden. Von diesem finanziellen Engpass in Folge der Schlechtwetterzeit sind besonders Firmen im Baugewerbe, im Garten- und Landschaftsbau und im Dachdeckerhandwerk betroffen. Der Gesetzgeber hat den Zeitraum für die oben genannten Betrieben von Dezember bis März, bei Gerüstbau-Firmen zwischen November und März, festgelegt. Um Entlassungen vorzubeugen, können Arbeitnehmer ihre Gehaltsausfälle durch den Erhalt von Kurzarbeitergeld ausgleichen.

Voraussetzungen für den Erhalt von Kurzarbeitergeld

Die Voraussetzungen für den Erhalt von Saison-Kurzarbeitergeld ist zum einen, dass der Arbeitsausfall in dieser Zeit auf die Witterung oder auf die nachweisbar schlechte wirtschaftliche Auftragslage zurückzuführen ist. Wichtigster Nachweis für den Bezug von konjunkturellem Kurzarbeitergeld ist die nachgewiesenermaßen unvermittelte oder/und schlechte Wirtschaftslage. Für beide Kurzarbeitergelder muss das Arbeitsverhältnis ungekündigt bestehen und darf nicht bereits durch einen Aufhebungsvertrag oder eine eigenmächtige Kündigung beendet worden sein. Wer noch Lohnansprüche aufgrund eines angesparten Arbeitszeitguthabens hat, erhält erst nach Abbau dieses Kontos Kurzarbeitergeld aus den Sozialkassen. Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich mit Hilfe eines Leistungsantrags aktiv eingefordert werden. Die entsprechenden Formulare finden Sie auf dem Online-Angebot der Arbeitsagenturen. Die Bezugsdauer für konjunkturelle Kurzarbeitergeld kann mittlerweile (Stand: 2016) zwölf Monate betragen.

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Letzte Aktualisierung am 2016-03-31

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