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Minijob: Informationen aus rechtlicher Sicht

Wann spricht man von einem Minijob?

Umgangssprachlich hieß der Minijob früher 400-Euro-Job, manche nennen ihn auch heute noch 450-Euro-Job. Eines machen diese Bezeichnungen bereits deutlich: Der Verdienst eines Minijobs ist gedeckelt. Um von der Verdiensthöhe unabhängig zu sein, hat sich generell die Bezeichnung Minijob durchgesetzt.

Ist der Minijob ein normales Arbeitsverhältnis?

Ja und nein. Ein Minijobber fällt rechtlich in die Kategorie der Teilzeitarbeiter. Der Minijobber selbst hat innerhalb seiner Tätigkeit auch die meisten Rechten und Pflichten wie alle anderen Angestellten auch. Mit ihm wird genauso ein Arbeitsvertrag vereinbart, der regelt welche Arbeitsinhalte er leisten muss, um das Gehalt in Höhe von derzeit maximal 450 Euro zu erhalten. Diebstahl (auch Diebstahl geistigen Eigentums), privates Surfen am Arbeitsplatz, das Nichteinhalten vereinbarter Pausen, das unerlaubte Entfernen vom Arbeitsort und ähnliche Delikte können auch bei Minijobbern eine Kündigung, unter Umständen sogar eine fristlose Kündigung rechtfertigen. In diesen Punkten stehen Minijobber und andere Beschäftigte auf einer Stufe. Der wichtigste Unterschied besteht in den Besonderheiten, was die Sozialversicherungen angeht. Beispielsweise muss sich ein Minijobber selbst krankenversichern oder ist beim Ehepartner diesbezüglich mitversichert. Der Arbeitgeber führt hingegen nur einen Pauschalbetrag ab. Auch finanziell ist der Minijob nach oben hin gedeckelt. Und nicht zuletzt darf der zeitliche Umfang nicht mehr als insgesamt drei Monate bzw. 70 Tage im Kalenderjahr überschreiten. Durch die Einführung des Mindestlohnes hat sich auch monatlich eine zeitliche Obergrenze ergeben: Derzeit liegt diese bei 52,2 Stunden pro Monat.

Minijob oder Midijob?

Ein Minijob hat für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewisse Vorteile. Meistens möchte einer der beiden Parteien - oder beide - flexibel bleiben. Je nach Arbeitsinhalt oder Arbeitsumfang kann aber etwa auch ein so genannter Midijob Sinn machen. Bei diesem verdient der Beschäftigte garantiert 450, aber nicht mehr als 850 Euro im Monat. Der große Vorteil: Midijobber sind umfassend sozialversichert, d.h. ihre Tätigkeit wird insbesondere bei der Rente angerechnet, erhöht also die zu erwartende spätere Rentenzahlung. Dieser Umstand ist der entscheidende Vorteil gegenüber Minijobbern, bei denen man keine Rentenpunkte sammelt, außer man zahlt freiwillig in die Rentenkasse ein.

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Letzte Aktualisierung am 2016-04-05

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