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Schichtarbeit -

Letzte Aktualisierung am 2017-06-12 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Schichtarbeit – die ökonomische Gestaltung der Arbeitszeit

Unter Schichtarbeit ist ein bestimmtes Arbeitszeitmodell zu verstehen. Die tägliche Arbeitszeit in einem Betrieb oder einer Behörde wird in mehrere Zeitabschnitte mit unterschiedlichem Arbeitszeitbeginn eingeteilt. Eine solche Arbeitszeitgestaltung hat mehrere Ziele. Auf der einen Seite ist sie schlicht notwendig in Krankenhäusern, bei der Feuerwehr oder bei der Polizei, die alle rund um die Uhr dienstbereit sein müssen. Auf der anderen Seite können in Produktionsbetrieben oder Dienstleistungsunternehmen durch den Schichtbetrieb Produktions- und Servicezeiten verlängert werden. Eine bessere Auslastung teurer Maschinen, Kosteneinsparungen und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit werden als Gründe angeführt, die tägliche Betriebszeit über Standard-Arbeitszeiten hinaus zu verlängern. Was für den Arbeitgeber ein willkommenes Flexibilisierungsinstrument bei der Arbeitszeitgestaltung sein kann, ist für den Arbeitnehmer nicht unproblematisch. Schichtarbeit birgt Gesundheitsrisiken; wer „Schicht“ arbeitet, ist außerdem von seinen wichtigen sozialen Bezügen weitgehend abgekoppelt.

Muss man Schicht arbeiten?

Die individuelle Arbeitszeitgestaltung ist grundsätzlich abhängig davon, was im Arbeitsvertrag / im Tarifvertrag / in einer Betriebsvereinbarung steht. Für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer ist dieser Rahmen verpflichtend. Trotzdem: Ist dort keine entsprechende Regelung vereinbart, kann der Arbeitgeber die Arbeitszeit im Rahmen seines Direktionsrechtes festlegen und Schichtarbeit anordnen. Einschränkung: Er muss den Betriebsrat dazu hören. Wer einen neuen Arbeitsvertrag unterschreibt und keine Überraschungen erleben möchte, ist also gut beraten, auch auf entsprechende Regelungen zur Schichtarbeit zu achten. Auch wenn in einem Betrieb bisher niemals im Schichtbetrieb gearbeitet wurde, kann der Chef sie bindend für die Arbeitnehmer anordnen. Es gibt allerdings Einschränkungen, die zu beachten sind, in erster Linie betreffen sie Jugendliche und (werdende / stillende) Mütter. Nachtschichten müssen nicht von Personen geleistet werden, deren Gesundheit gefährdet ist (das ist im konkreten Fall nachzuweisen). Auch wer Kinder unter 12 Jahren oder pflegebedürftige Angehörige betreut, kann nicht zur Schichtarbeit verdonnert werden.

Mehr Geld für Schichtarbeit

Viele Schichtarbeiter haben sich daran gewöhnt: Mit den Zuschlägen und Zulagen, die für Schichtarbeit gezahlt werden, lässt sich das Gehalt trefflich aufstocken. Wichtig: Zwischen Zulagen und Zuschlägen muss unterschieden werden.
  • Zulagen sind nicht gesetzlich verankert; es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Zulage. Auch hier gilt die vertragliche Grundlage: Entscheidend ist, was dazu im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag und eventuellen Betriebsvereinbarungen niedergelegt ist bzw. was sich aus einer betrieblichen Übung ergibt. Arbeitgeber können verschiedenste Zulagen zahlen (Leistungszulagen, Erschwerniszulagen, Funktionszulagen etc.). Das geschieht in der Regel freiwillig, bzw. ist in den genannten Verträgen festgeschrieben. (Freiwillige) Zulagen können meist auch wieder gestrichen werden. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage gerät. Zulagen sind steuer- und beitragspflichtig (Sozialversicherung!)
  • Auch Zuschläge sind besondere Zahlungen des Arbeitgebers, die zusätzlich zum vereinbarten Grundlohn / Grundgehalt gezahlt werden. Wie bei Zulagen gibt es auch hier keinen gesetzlichen Anspruch. Mit einer Ausnahme: Für Nachtarbeit ist ein Zuschlag zu zahlen, auch dann, wenn er nicht im Tarifvertrag geregelt ist. Das Gesetz definiert Nachtarbeitszeit zwischen 23:00 und 6:00 Uhr (für Bäckereien gilt 22:00 bis 5:00 Uhr). Die Höhe des Zuschlages legt das Gesetz nicht fest. Es wird von einem „angemessenen“ Zuschlag oder einem „angemessenen“ Zeitausgleich gesprochen. Zuschläge für die Nachtarbeit sind zum Teil und in gewissen Grenzen steuerfrei, ebenso Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit. Jedoch besteht kein gesetzlicher Anspruch auf einen Zuschlag für Sonntags- und Feiertagsarbeit.

Ihre Rechte bei der Schichtarbeit

Besonders Zulagen und Zuschläge sind ein häufiger Streitpunkt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ein anderer ist die (einseitige) Anordnung von Schicht-, Nacht- oder Sonntagsarbeit. Es ist wichtig zu wissen, was dazu in den geltenden Arbeitsverträgen / Betriebsvereinbarungen / Tarifverträgen usw. festgelegt ist, wenn man mit dem Arbeitgeber darüber sprechen möchte. Was dort steht, kann der Arbeitgeber nämlich nicht einseitig ändern. Suchen Sie sich im Zweifel professionelle Unterstützung bevor Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber darüber auseinandersetzen. Ein Anwalt für Arbeitsrecht kennt das Gesetz. Er weiß, was Ihr Arbeitgeber Ihnen zumuten darf und was nicht. Bei uns finden Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht per Klick.

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