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Urlaubsanspruch: Wer darf sich wann wie lange erholen?

Letzte Aktualisierung am 2016-04-11 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Anspruchsgrundlage: Das Bundesurlaubsgesetz

Ansprüche auf bezahlten Urlaub regelt das Bundesurlaubsgesetz. Gesetzlich stehen Vollzeitbeschäftigten 24 Tage Urlaub im Jahr zu. Bei Teilzeitarbeitern oder geringfügig Beschäftigten hängt die Anzahl davon, wie viele Tage man pro Woche arbeitet. Bei einer Fünftagewoche sind es 20 Tage (5 x 4), bei einer Viertagewoche 16 (4 x 4) usw. Neue Mitarbeiter haben nach sechs Monaten Anspruch auf ihren ersten Urlaub. Hierbei zählt übrigens der Arbeitsbeginn, nicht das Datum der Vertragsunterzeichnung. Auch in der Probezeit hat man Anspruch auf Urlaub, und zwar pro ganzem Monat ein Zwölftel des Jahresurlaubs.

Übliche Anzahl

Im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag kann eine deutlich größere Anzahl an Urlaubstagen vorgesehen sein. In vielen Berufen und Branchen sind 30 Tage üblich. Einen Rechtsanspruch gibt es darauf nicht. Aber so etwas ähnliches: Die meisten Arbeitgeber gewähren als "Gehaltserhöhung" lieber mehr Urlaub als mehr Gehalt. Und darin liegt meist das Problem, wenn es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommt.

Rechte und Pflichten des Arbeitgebers

Besonders in kleinen Betrieben kann ein Urlaubsantrag zur falschen Zeit, ein Unternehmen durchaus in konjunkturelle Schwierigkeiten bringen. Der Gesetzgeber hat dem Arbeitgeber deshalb einen gewissen Spielraum eingeräumt. Grundsätzlich kann der Arbeitgeber den Antrag also auch ablehnen, ist vom Gesetz aber auch angehalten, die Wünsche der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Zudem trägt der Chef auch per Gesetz Verantwortung dafür, dass sich sein Mitarbeiter erholt. Aus diesem Grund darf der Arbeitgeber dem Mitarbeiter den Urlaub auch nicht "abkaufen". Einzige Ausnahme: Es besteht noch Anspruch auf Urlaub und das Arbeitsverhältnis wurde bereits beendet.

Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers

Das Recht auf Urlaub kann grundsätzlich nicht mit Fehltagen aus anderem Grund verrechnet werden. War ein Mitarbeiter das ganze Jahr über krank, besteht der Urlaubsanspruch dennoch weiterhin in voller Höhe. Dann kann er diesen Resturlaub in den ersten drei Monaten des Folgejahres nehmen. Diese Regelung gilt nur für Krankheit oder für Mitarbeiter, die aus betrieblichen Gründen ihren Urlaub im alten Jahr nicht nehmen konnten. Normalerweise ist eine Übernahme des Urlaubs ins neue Jahr nicht möglich, außer Arbeitgeber und Arbeitnehmer / Betriebsrat haben sich darauf, etwa mittels einer Betriebsvereinbarung, verständigt. Ein Arbeitnehmer darf während des Urlaubs auch nicht arbeiten. Denn nochmals: Urlaub soll der Erholung dienen. Zudem sind Nebentätigkeiten außerhalb der Arbeitszeit grundsätzlich zustimmungspflichtig. Ausgenommen davon sind ehrenamtliches Engagement oder unbezahlte Arbeit für Familienmitglieder. Was viele nicht wissen: Der Chef darf einen Urlaub nicht stückeln - hier mal zwei Tage genehmigen, hier mal drei. Arbeitnehmer haben grundsätzlich das Recht auf zusammenhängenden Urlaub.

Übliche Streitpunkte

In der Praxis streiten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer häufig über den Zeitpunkt des Urlaubs sowie über die Dauer. Für den Arbeitnehmer besteht die große Kunst, die Urlaubstage des Partners und die Schulferien der Kinder unter einen Hut zu bekommen. Bekanntlich können auch nicht alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit urlauben, wie kann gerade für die Sommermonate eine faire Lösung gefunden werden, welche zudem auch die betrieblichen Erfordernisse berücksichtigt? Ebenso kommt es bei der Berechnung der Urlaubstage dann zu Streitigkeiten, wenn etwa im Schichtdienst wird (nicht an einem, sondern an zwei Tagen). Auch bildet die Staffelung von Urlaub für Mitarbeitergruppen immer wieder Grundlage für Streitigkeiten.

Was tun, wenn es immer wieder Streit gibt?

Am besten ist es immer, wenn der Anspruch auf Urlaub bzw. die Vorstellungen des Arbeitgebers klar und eindeutig formuliert sind. Das ist in einzelnen Branchen bzw. in manchen Unternehmen aber nicht oder nur schwer möglich. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht kann hier als Vermittler zwischen beiden Parteien wirken und mithelfen, damit das Einreichen eines Urlaubsantrags künftig nicht gleich wieder Unmut hervorruft. Oftmals ist eine professionelle Hilfe viel effektiver als tausend Ratschläge.

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