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Erbrecht , 11.06.2013

Ich habe geerbt- was nun?

Sobald man die Gewissheit hat als gesetzlicher oder testamentarischer Erbe eine Erbschaft gemacht zu haben, gibt es in kurzer Zeit viele Fragen zu klären.

Sobald man die Gewissheit hat als gesetzlicher oder testamentarischer Erbe eine Erbschaft gemacht zu haben, gibt es in kurzer Zeit viele Fragen zu klären.

Um entscheiden zu können, ob man eine Erbschaft annimmt oder besser ausschlägt, sollte man sich zunächst einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Erblassers verschaffen. Ist der Nachlass überschuldet, empfiehlt es sich die Erbschaft auszuschlagen, da der Erbe auch für die Schulden des Erblassers mit dem eigenen Vermögen einsteht. Insoweit haftet der Erbe uneingeschränkt. Im Falle der Erbausschlag muss dies dem zuständigen Nachlassgericht binnen sechs Wochen nach dem Tod des Erblassers und der Kenntnis davon mitgeteilt werden.

Die Erbschaft kann nicht mehr ausgeschlagen werden, wenn der Erbe sie bereits durch schlüssiges Verhalten angenommen hat. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn er gegenüber Versicherungen des Erblassers Ansprüche geltend gemacht hat oder wenn er sich einen Erbschein ausstellen lassen möchte.

Oft reichen die sechs Wochen aber nicht, um sich ein Bild über den Nachlass zu machen. Es gibt hier die Möglichkeit, die Erbenhaftung einzuschränken. Zunächst kann der Erbe die Drei-Monatseinrede erheben. Der Erbe kann so die Begleichung von Nachlassverbindlichkeiten erst mal drei Monate zurückstellen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Stellt sich heraus, dass der Nachlass überschuldet ist, gibt es die Möglichkeit die Haftung des Erben auf den Nachlass zu beschränken. Dafür muss der Erbe ein Nachlassinsolvenzverfahren beim Insolvenzgericht beantragen. Dies muss er tun, sobald er Kenntnis von der Überschuldung des Nachlasses erlangt. Anderenfalls macht er sich gegenüber den Nachlassgläubigern schadensersatzpflichtig. Was nach dem Nachlassinsolvenzverfahren noch übrig bleibt, steht dem Erben zu.

Eine Möglichkeit sich von der Erbschaft nach deren Annahme wieder zu lösen, ist die Anfechtung der Annahmeerklärung der Erbschaft. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man entweder durch Drohung oder Täuschung zu Annahme gezwungen wurde, oder wenn man bei der Annahme der Erbschaft einem Irrtum unterlegen ist. Die Anfechtungsfrist beträgt auch hier sechs Wochen ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes.
Nachdem Sie als Erbe feststehen, sollten sie schnellstmöglich herausfinden, gegen wen der Erblasser Zahlungsansprüche hat.

Hier eine Checkliste mit Fragen, die es unbedingt zu klären gilt:

• Bestehen Unfall- /Lebensversicherungen die mit dem Tod fällig werden?
• Besteht ein Anspruch auf Witwen- oder Waisenrente?
• Gibt es Ansprüche gegen eine private Sterbegeldversicherung?
• Besteht über die gesetzliche Altersversorgung hinaus noch eine betriebliche Altersversorgung?
• Oder Ansprüche auf beamtenrechtliche Versorgungsbezüge?
• Bestehen Verträge die gekündigt werden sollen, wie bspw. der Mietvertrag?
• Gibt es Mitgliedschaften, wie beispielsweise im Fitness-Club, die gekündigt werden müssen?
• Müssen Verträge umgeschrieben werden?
• Müssen Bankkonten oder Versicherungen gekündigt, oder aufgelöst werden?
• Gibt es sonstige Schuldner des Erblassers? Bspw. Private Kredite?

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